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Friedensinstitut eröffnet Steinmeier besucht Lager der Farc-Guerilla

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Außenminister Frank-Walter Steinmeier begrüßt Soldaten der kolumbianischen Armee in der Entwaffnungszone der Rebellen.

(Foto: dpa)

Die kolumbianische Farc-Guerilla legt im ganzen Land ihre Waffen nieder. Außenminister Steinmeier besucht ein dafür vorgesehenes Lager, auch mit Präsident Santos spricht er. Zudem eröffnet er ein deutsch-kolumbianisches Friedensinstitut in Bogotá.

Bei einem Besuch in Kolumbien hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) die früheren Konfliktparteien zur vertrauensvollen Fortführung des Friedensprozesses aufgerufen. Nach der Unterzeichnung des Friedensvertrags zwischen der Regierung und den linken Farc-Rebellen folge nun der Umsetzungsprozess, der "genauso wichtig und genauso schwierig" sein werde wie die Friedensverhandlungen, sagte Steinmeier bei einem Besuch in der Entwaffnungszone Mesetas. "Deshalb ist der Aufbau von Vertrauen so wichtig."

Nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg mit mehr als 220.000 Toten und fünf Millionen Binnenflüchtlingen hatten sich die kolumbianische Regierung und die Farc-Guerilla Ende vergangenen Jahres auf ein Friedensabkommen geeinigt. Das Parlament verabschiedete in der Folge ein Amnestiegesetz für die Rebellen. Kolumbiens Präsident Santos wurde für seine Bemühungen um die Beendigung des Konflikts kürzlich der Friedensnobelpreis verliehen. Bis Ende Mai sollen die rund 5800 Rebellen ihre Waffen niederlegen. Mit der zweiten großen Guerillagruppe ELN gibt es hingegen noch kein Friedensabkommen.

Steinmeier besichtigte in Meseta eines der Lager, in denen die Farc-Rebellen ihre Waffen abgeben und auf die Rückkehr ins Zivilleben vorbereitet werden sollen. "Hier in Gegenden wie diesen wird sich zeigen, ob der Friedensvertrag hält", sagte der Minister. Er bezeichnete es als "erstaunlich", dass in dem Zentrum nun Farc-Rebellen, Regierungssoldaten und UN-Beobachter unter einem Dach lebten und arbeiteten.

Zuvor hatte Steinmeier in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá politische Gespräche geführt, unter anderem mit Präsident Juan Manuel Santos. Steinmeier würdigte den Friedensvertrag dabei als "Signal der Hoffnung" für die ganze Welt.

Gemeinsame Friedensforschung

Der Minister eröffnete bei seinem Besuch in Bogotá auch ein deutsch-kolumbianisches Friedensinstitut. Die Einrichtung soll nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs in dem südamerikanischen Land zur Versöhnung beitragen. Steinmeier versicherte, dass Deutschland den Friedensprozess zwischen Regierung und Rebellen weiter eng begleiten werde. "In Deutschland haben Sie einen Partner, einen Partner für den Frieden", sagte er.

Seit 2014 bereitete das Auswärtige Amt die Gründung des Instituts zusammen mit Universitäten und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst vor. Es soll die Politik beraten und Friedens- und Konfliktforschung betreiben. Nach Auffassung Steinmeiers können deutsche Forscher vor allem die Erfahrungen mit Versöhnungsprozessen nach 1945 und nach der Wiedervereinigung in das Institut einbringen. Die Einrichtung soll im Sommer seine Arbeit aufnehmen und wird pro Jahr mit 400.000 Euro aus deutschen Steuergeldern gefördert.

Quelle: n-tv.de, rpe/dpa/AFP

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