Stoch bedauert KaufauftragSPD-Spitzenkandidat im Südwesten rudert nach "Pasteten"-Vorfall zurück

Der SPD-Spitzenkandidat in Baden-Württemberg schießt bei einem Besuch der Tafel ein politisches Eigentor. Abseits der Kameras beauftragt er seinen Fahrer, im benachbarten Frankreich Pasteten zu kaufen. Dabei versucht Andreas Stoch im Wahlkampf gerade, mit sozialen Themen zu punkten.
SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch bedauert eine TV-Sequenz, die ihn ausgerechnet nach einem Tafel-Besuch beim Planen eines Feinkost-Einkaufs zeigt. Wenige Tage vor der Landtagswahl sorgte die Szene öffentlich für Irritationen.
Die Sequenz müsse im Kontext des Besuchs im Tafelladen irritierend wirken, sagte Stoch. "Das bedauere ich sehr, denn auch bei dem Besuch bei der Tafel ging es mir um die vielen Menschen, die Unterstützung brauchen." Zuvor hatte die "Stuttgarter Zeitung" berichtet.
Konkret geht es um eine Szene in einem TV-Porträt, das der SWR im Vorfeld der Landtagswahl über den SPD-Spitzenkandidaten veröffentlichte. Darin begleitet ein Filmteam Stoch beim Besuch eines Tafelladens im badischen Bühl. Nach dem Besuch ist in dem Video zu sehen, dass Stoch seinem Fahrer einen Einkaufsauftrag gibt. Stoch sagt zu seinem Fahrer abseits der Kameras: "Dann schickst du mir ein Bild von der Auslage und ich sag dir, was du mir bringst."
Auf Nachfrage des SWR sagte Stoch, wenn er in Baden-Baden unterwegs sei, nutze er dies manchmal, um im benachbarten Frankreich bei einem Metzger einzukaufen. "Eine schöne Entenpastete ist was Herrliches", erklärte Stoch. Die bekomme man hierzulande nicht in der Qualität und zu dem Preis. Deswegen nutze man die Termine nahe der Grenze gerne, um frisches Baguette und gute Wurstwaren zu holen. "Es lohnt sich immer, unser Nachbarland Frankreich zu besuchen", beschließt der SPD-Spitzenkandidat seine Antwort. In der Erklärung sagt Stoch, zu dem Einkauf sei es am Ende allerdings gar nicht gekommen.
Wütende Kommentare unter Fernsehbeitrag
Beim Publikum kam die Szene offenbar gar nicht gut an. Unter dem SWR-Film häufen sich auf Youtube die kritischen Kommentare. "Unfassbar" schreibt ein Nutzer. Ein anderer User wirft Stoch vor, Wasser zu predigen und selbst Wein zu trinken. "Gerade von einem SPD-Kandidaten aus Baden-Württemberg sollte man mehr politische Sensibilität erwarten."
Laut der Website seines Landesverbandes setzt sich Stoch im Wahlkampf gerade für soziale Themen ein. "Nichts ist wichtiger als unser Kampf für eine gerechte Gesellschaft. Dafür wollen wir heute ein starkes Signal aus Fellbach senden", sagte er bei seiner Wahl zum Spitzenkandidaten im Juli 2025. Dazu gehörten vor allem bezahlbare Wohnungen, ausreichende Kita-Plätze und sichere Arbeitsplätze.