Politik

Zweiter Vorfall in kurzer ZeitStörung in Umspannwerk durch "vorsätzliche Tat"

02.09.2026, 06:14 Uhr
00:00 / 01:48
616280197
Ermittler in der Nähe des Umspannwerks in Bergheim. (Foto: picture alliance/dpa)

Nach der Attacke auf Leitungen in der Nähe des Kohlekraftwerks Jänschwalde kommt es zu einem weiteren Vorfall in Deutschland. Erneut haben die Täter dabei Leitungen im Visier. Ihnen gelingt es, einen Kurzschluss herbeizuführen.

Nach einer Störung an einem Umspannwerk in Bergheim (Rhein-Erft-Kreis) geht die Polizei von einer vorsätzlichen Tat aus. "Wir gehen nach aktuellem Ermittlungsstand nicht von einem technischen Defekt, sondern von einer vorsätzlichen Tat, einer Straftat, aus", sagte ein Sprecher der Polizei Essen auf Anfrage. Ursache und Hintergründe seien noch unklar.

Das Werk gehört zum Energieversorger Amprion, der den Vorfall bestätigte. "Im Umfeld der Amprion-Umspannanlage Rommerskirchen im Rheinland ist es am Dienstagabend zu einem Vorfall gekommen, der Auswirkungen auf den Betrieb von Kraftwerkszuleitungen hatte", heiß es am frühen Morgen. In der Folge sei es zu Anlagenausfällen bei der RWE Power gekommen. 

Das Unternehmen mit Sitz in Dortmund betonte: "Die allgemeine Stromversorgung war zu keinem Zeitpunkt davon betroffen und die Systemstabilität immer gewährleistet." Expertinnen und Experten von Amprion arbeiteten mit den zuständigen Sicherheitsbehörden daran, den Sachverhalt schnellstmöglich aufzuklären und die Auswirkungen zu bewerten. 

Die Polizei Essen tauscht sich dem Sprecher zufolge eng mit Amprion und dem Netzbetreiber RWE aus. "Wir als Polizei Essen führen den Einsatz und die Ermittlungen, weil wir für die Führung derartiger Einsätze und Ermittlungslagen vorbereitet sind."

Erst am Dienstagmorgen hatten Unbekannte nahe dem Kohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg versucht, Kurzschlüsse an Höchstspannungsleitungen auszulösen. In zwei Fällen gelang dies nach Behördenangaben. Die Polizei ermittelt wegen Sabotage. In den vergangenen Monaten gab es weitere Vorfälle an der Strominfrastruktur. So zündeten im Januar mutmaßlich linksextreme Täter Starkstromleitungen nahe einem Kraftwerk im Südwesten Berlins an.

Quelle: ntv.de, rog/dpa

StromversorgungEnergieversorgerEnergieversorgung