Politik

"Wirklich unprofessionell" Stoiber kritisiert Schäubles Merkel-Schelte

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Stoiber hält die Kritik von Schäuble für unpassend.

(Foto: picture alliance / SvenSimon)

Für die schlechten Umfragewerte der Union macht Bundestagspräsident Schäuble in einem Interview indirekt Kanzlerin Merkel verantwortlich. Dafür erhält der CDU-Politiker scharfe Kritik vom bayerischen Ex-Ministerpräsidenten Stoiber. Der greift dafür auf ein Beispiel aus dem Sport zurück.

Der CSU-Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber hat die von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble geäußerte Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel in Bezug auf die aktuellen Umfragewerte der Union als überflüssig zurückgewiesen. "Ich habe diese Einlassung nicht verstanden", sagte Stoiber gegenüber "Bild". Es mache keinen Sinn, solche Betrachtungen in einer Situation anzustellen, "wo wir die Chance haben, den Trend umzukehren".

Schäuble hatte zuvor dem "Tagesspiegel" gesagt, er sei "fest davon überzeugt, dass beides in eine Hand gehört: Parteivorsitz und Kanzleramt". Dies sei nun über fast drei Jahre nicht der Fall gewesen "und deshalb gibt es auch keinen Amtsbonus. Im Gegenteil".

Merkel hatte nach dem schlechten Abschneiden von CDU und CSU bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessen im Herbst 2018 angekündigt, nicht mehr für das Amt der CDU-Vorsitzenden zu kandidieren. Das Amt der Kanzlerin behielt sie, kündigte jedoch zugleich an, nicht erneut dafür anzutreten.

"Steht 1:0 für den Gegner"

Stoiber sagte nun zu Schäubles Kritik: "Ich mache mir doch nicht in der 86. Minute, wenn es 1:0 steht für den Gegner, Gedanken darüber, welche Chancen ich möglicherweise in der 1. Halbzeit versemmelt habe. Das ist wirklich unprofessionell."

Der 79-jährige frühere Ministerpräsident von Bayern blickt skeptisch auf einen möglichen Versuch des Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet, nach der Wahl eine Koalition zu schmieden, auch wenn die SPD stärkste Kraft wird. "Zu glauben, man könne als Zweitplatzierter eine Jamaika-Koalition machen, das halte ich für sehr weit hergeholt und unrealistisch", sagte Stoiber. In den Umfragen zur Bundestagswahl liegt die SPD derzeit vorn. Die Union holte zuletzt allerdings etwas auf.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP

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