Politik

Im INF-Streit tickt die Uhr Stoltenberg ruft Russland zur Einsicht auf

9c0424003b4a39e8992db67c68eba4cf.jpg

Die Nato wird sich "mit Augenmaß" auf eine Welt ohne INF-Vertrag vorbereiten, so Jens Stoltenberg.

(Foto: imago/Xinhua)

Im Abrüstungsstreit zwischen den USA und Russland findet Nato-Generalsekretär Stoltenberg mahnende Worte. Moskau solle "wieder vertragskonform werden" und zum INF-Vertrag zurückkehren. Dabei bereite sich die Nato bereits auf den Worst Case vor.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat Russland zu einer nachprüfbaren Rückkehr zum INF-Abrüstungsvertrag aufgefordert. Russland habe "noch eine Chance wieder vertragskonform zu werden", sagte Stoltenberg bei der Münchner Sicherheitskonferenz.

Mit Blick auf die Sechs-Monats-Frist bis zum offiziellen Inkrafttreten der Vertragskündigung durch die USA sagte Stoltenberg: "Die Uhr tickt. Wir wollen, dass Russland wieder vertragskonform wird, aber wir bereiten uns auch auf eine Welt ohne Vertrag vor." Die Nato werde dies "gemeinsam und mit Augenmaß" tun.

Zugleich sagte Stoltenberg, dass die Nato nicht die Absicht habe, wieder landgestützte Nuklearraketen in Europa zu stationieren. Das Bündnis sei nach wie vor entschlossen, ein neues Wettrüsten zu vermeiden.

Anfang des Monats waren zunächst die USA und dann auch Russland aus dem INF-Abrüstungsvertrag ausgestiegen. Das Abkommen verbietet landgestützte Raketen und Marschflugkörper mit einer Reichweite zwischen 500 und 5500 Kilometern, die Atomsprengköpfe tragen können. Die USA und die Nato werfen Russland vor, mit seinem Marschflugkörper 9M729 gegen das Abkommen zu verstoßen. Moskau bestreitet dies.

Quelle: n-tv.de, mba/AFP

Mehr zum Thema