Politik

Bilder und Chats Strache-Material schon 2015 angeboten

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Schon 2015 sollten belastende Videos, Bilder und Chatverläufe von Hans-Christian Strache in Umlauf gebracht werden. Was dort zu sehen war, ist aber unklar.

(Foto: imago images / Eibner Europa)

Das Ibiza-Video löst ein politisches Erdbeben in Österreich aus - dabei stammen die Aufnahmen aus dem Jahr 2017. Doch schon zwei Jahre vorher wurde kompromittierendes Material über Hans-Christian Strache angeboten. Der politische Gegner wollte es nicht haben.

Der liberalen österreichischen Partei Neos ist nach eigenen Angaben bereits vor einigen Jahren kompromittierendes Material über den damaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache angeboten worden. Wie die "Welt" berichtet, soll das Angebot damals von einem Wiener Anwalt gekommen sein, der in den vergangenen Tagen mehrfach mit dem skandalösen Ibiza-Video in Verbindung gebracht wurde.

"Konkret bestätigen können wir ein solches Angebot im Jahr 2015", sagte Neos-Generalsekretär Nick Donig der Zeitung. Bei dem Treffen mit dem Anwalt seien Bilder von Strache und SMS-Chatverläufe zum Kauf angeboten worden. Die Partei habe das Angebot abgelehnt. Auch der österreichische "Standard" berichtet von belastendem Material, über das schon 2015 gesprochen worden sei. Neos, die ÖVP und die SPÖ hätten entsprechende Offerten aber abgelehnt.  

Strache will Anwalt anzeigen

Wie am Freitag bekannt geworden war, will Heinz-Christian Strache wegen des 2017 heimlich aufgenommenen Ibiza-Videos Anzeige gegen eben diesen Wiener Anwalt und zwei weitere Personen erstatten. In einer Erklärung an die österreichische Nachrichtenagentur APA bezeichnete Strache sie als "mögliche Mittäter". Laut Recherchen der "Welt am Sonntag" soll einer der angeblichen Drahtzieher eine Sicherheitsfirma in München betreiben. Die Motive der Fallensteller bleiben bislang im Dunkeln.

Das Ibiza-Video hatte zum Rücktritt Straches als Vizekanzler und FPÖ-Chef sowie dem Bruch der rechtskonservativen österreichischen Regierung geführt. Strache war im Sommer 2017 dabei gefilmt worden, wie er auf Ibiza mit einer vermeintlichen russischen Investorin über eine Zusammenarbeit redete. Dabei ging es auch um mögliche Staatsaufträge im Gegenzug für verdeckte Wahlhilfe für die FPÖ sowie um Einflussnahme auf Medien. "Spiegel" und "Süddeutsche Zeitung" veröffentlichten am 17. Mai Ausschnitte aus dem Video und lösten damit ein politisches Beben in der Alpenrepublik aus.

Quelle: n-tv.de, ino/dpa

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