Politik

Nach Ibiza Skandal-Video Straches Frau will in den Nationalrat

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Auf Platz 3 der Landesliste der Wiener FPÖ hat Philippa Strache beste Chancen auf ein Mandat.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die politische Karriere von Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache scheint zerstört. Dennoch könnte er noch ins EU-Parlament einziehen. Jetzt strebt seine Ehefrau Philippa Strache in den Nationalrat. Das könnte den zurückgetretenen österreichischen Vizekanzler von seinen Plänen abbringen.

Philippa Strache, die Ehefrau des nach dem Skandal-Videos von Ibiza zurückgetretenen Ex-FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache, strebt ins österreichische Parlament. Die Tierschutzbeauftragte der FPÖ werde bei der für den 29. September geplanten Nationalratswahl auf Platz 3 der Landesliste der Wiener FPÖ kandidieren, teilte die Partei mit.

Damit hat die 31-Jährige beste Chancen auf einen Sitz im Parlament. Während der Affäre, die zum Rücktritt ihres Mannes von allen Ämtern geführt hatte, stand sie unbeirrt an dessen Seite. "Unsere ganze Familie hält eng zusammen. Wir sind, wenn Sie es so wollen, eine kleine Familienarmee", sagte Philippa Strache unlängst der "Bunten".

Das auf Ibiza 2017 heimlich aufgenommene und am 17. Mai von "Spiegel" und "Süddeutscher Zeitung" veröffentlichte Video hatte ihren Mann in Misskredit gebracht. Darin stellt er einer angeblichen Oligarchen-Nichte unter anderem Staatsaufträge im Gegenzug für Parteispenden in Aussicht.

Unklar sind noch die politischen Pläne des Ex-Vizekanzlers. Er hatte bei der EU-Wahl so viele sogenannte Vorzugsstimmen von FPÖ-Wählern bekommen, dass er ein Recht auf ein Mandat im EU-Parlament hat. Anders als in Deutschland konnten Wähler in Österreich mit ihrer Stimme eine Partei wählen, aber auch zusätzlich mit einem ergänzenden Hinweis einen bestimmten Kandidaten unterstützen. Strache hat sich noch nicht abschließend geäußert, ob er das Mandat annehmen will. Die Kandidatur seiner Frau gilt bei politischen Beobachtern als Lösung, die Familie auch ohne ein EU-Mandat von Strache finanziell zu versorgen.

Quelle: n-tv.de, aeh/dpa

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