Politik

Tränengas und 2500 Festnahmen Sudan: Tausende fordern Diktator-Rücktritt

7cbc607900df352cbab770e71389f8be.jpg

Die Proteste gegen die Hungersnot wandeln sich: Nun fordern die Demonstranten den Rücktritt von Diktator Al-Baschir.

(Foto: dpa)

Im Sudan grassiert eine Hungersnot, Präsident Al-Baschir wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Seit Tagen ziehen Demonstranten durch die Hauptstadt und fordern den Rücktritt des Hardliners. Die Bilanz: 2500 Festnahmen, sieben Tote.

Bei Protesten im Sudan gegen Langzeit-Präsident Omar al-Baschir sind am Wochenende nach Angaben des Innenministers sieben Menschen getötet worden. 15 Demonstranten und 42 Sicherheitskräfte seien verletzt worden, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Suna Innenminister Buschara Aror. Rund 2500 Demonstranten wurden demnach bei den Protesten am Samstag und Sonntag festgenommen.

70a5c8644e1724acceaed1421be62e5c.jpg

Steht unter Druck: Sudans Diktator Al-Baschir.

(Foto: REUTERS)

Den dritten Tag in Folge demonstrierten Tausende Sudanesen in der Hauptstadt Khartum. Die Menschen versammelten sich vor der Zentrale der Streitkräfte und riefen Parolen wie "Die Armee und die Menschen sind eins". Dabei setzten Sicherheitskräfte erneut Tränengas gegen die Demonstranten ein und versuchten, die Kundgebung aufzulösen. Es sei zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Soldaten gekommen, hieß es.

Al-Baschir, der 1989 durch einen Militärputsch an die Macht kam, steht seit einigen Monaten stark unter Druck. Der Sudan befindet sich in einer schweren Wirtschaftskrise. Ausgelöst durch steigende Lebensmittelpreise begannen Sudanesen im Dezember in mehreren großen Städten des Landes, auf die Straße zu gehen und gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung zu protestieren.

Sudan im Ausnahmezustand

Der Unmut der Bevölkerung richtete sich bald auch auf den Staatschef. Die Demonstranten forderten zunehmend auch den Rücktritt Al-Baschirs. Dieser rief im Februar wegen der Proteste einen auf ein Jahr befristeten Ausnahmezustand aus und löste die Regierung auf. Im März ernannte er eine neue Führungsriege.

Der 75-jährige Staatschef regiert das Land im Nordosten Afrikas mit harter Hand. Er wird zudem vom Internationalen Strafgerichtshof per Haftbefehl gesucht, ihm werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Darfur-Konflikt vorgeworfen. Dieser brach 2003 zwischen Volksgruppen im Westen des Landes, die mehr politische Mitbestimmung forderten, und der Regierung aus. Regierungskräfte und eine verbündete arabische Miliz gingen dabei brutal gegen die Bevölkerung vor.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, mau/dpa

Mehr zum Thema