Politik

Baden-Württemberg schärft nach Südwesten schränkt Ungeimpfte stark ein

Wer weder geimpft noch genesen ist, muss in Baden-Württemberg strengere Einschränkungen in Kauf nehmen. Ab heute gelten für Ungeimpfte wieder Kontaktbeschränkungen und eine PCR-Testpflicht für Innenräume. Weitere Länder beraten über Verschärfungen.

In Baden-Württemberg gelten ab dem heutigen Mittwoch strengere Regeln für Menschen ohne Corona-Impfung. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss nun für zahlreiche Freizeitaktivitäten in geschlossenen Räumen einen teuren PCR-Test vorweisen - etwa im Restaurant, Kino, Schwimmbad, Museum oder in der Kantine. Auch die Kontaktbeschränkungen kehren zumindest für Ungeimpfte wieder zurück. So sind Treffen für sie ab sofort auf einen Haushalt und fünf weitere Personen beschränkt. Grund ist der Anstieg der Zahl an Covid-Patienten auf Intensivstationen.

In Bayern berät das Kabinett über Verschärfungen. Dort soll unter anderem die Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler im Unterricht wieder eingeführt und die Krankenhaus-Ampel als Indikator für die Auslastung der Kliniken - bisher nur landesweit verfügbar - regionalisiert werden. Außerdem hat Ministerpräsident Markus Söder vorgeschlagen, den Zugang zu öffentlichen Veranstaltungen in den Hotspots nur noch für Geimpfte und Genesene (2G) zuzulassen.

Sachsen will die 2G-Regel etwa für Gastronomie und Veranstaltungen drinnen einführen. Das sehen Eckpunkte vor, über die das Kabinett am Dienstag beraten hatte. Nach einer verkürzten Anhörungsphase will das sächsische Kabinett am Freitag endgültig darüber entscheiden.

Diskussion um "Booster"-Impfung

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will heute Stellung zur Corona-Lage nehmen, insbesondere zum Thema Auffrischungsimpfungen. Bei einer Pressekonferenz wird auch der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, erwartet. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt sogenannte "Booster"-Impfungen bisher vor allem für Menschen ab 70 und Risikogruppen.

Die STIKO und Ärztevertreter hatten am Dienstag dafür plädiert, entsprechend dieser Empfehlung zunächst bestimmte Gruppen zum Vermeiden schwerer und tödlicher Verläufe erneut zu impfen. Spahn ist dafür, bereits Menschen ab 60 zur erneuten Impfung einzuladen. Er wies zudem darauf hin, dass laut Impfverordnung grundsätzlich alle Menschen Anspruch auf eine Auffrischungsimpfung hätten.

Der Marburger Bund forderte, schneller Auffrischungsimpfungen anzubieten. "Wir müssen bei den Booster-Impfungen mehr aufs Tempo drücken", sagte die Vorsitzende Susanne Johna der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Die Gesundheitsministerien der Länder sollten jetzt alle Menschen ab 70 per Brief gezielt über die Möglichkeit zur Auffrischungsimpfung informieren", sagte sie. "Man darf nicht einfach davon ausgehen, dass die Leute schon Bescheid wissen."

Quelle: ntv.de, mdi/dpa

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