Politik

Nach Festnahme in Uckermark Syrer wird auf freien Fuß gesetzt

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In der Uckermark hat die Polizei einen 17-jährigen Syrer in Gewahrsam genommen. Aber der Terrorverdacht gegen den Mann hat sich nicht erhärtet. Deswegen wird er wieder freigelassen.

(Foto: picture alliance / Georg-Stefan )

In Brandenburg wird ein 17-jähriger Syrer festgenommen. Die Behörden vermuten, dass der junge Mann einen Anschlag geplant hat. Doch einen Tag später ist klar: Er ist unschuldig.

Der Terrorverdacht gegen den 17-jährigen Syrer, der am Dienstag in der Uckermark in Gewahrsam genommen worden war, hat sich nicht bestätigt. Das erklärte die Staatsanwaltschaft Potsdam auf Anfrage von n-tv.de. Gegen den Mann werde kein Haftbefehl beantragt, hieß es. Am Mittwochabend wurde er aus dem Polizeigewahrsam entlassen.

"Es wurden keine konkreten Hinweise gefunden, dass er eine schwere staatsgefährdende Straftat geplant hat", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Es gebe auch keine Hinweise auf Kontakte zu ausländischen terroristischen Organisationen. Der Verdächtige sei befragt worden. Zudem wurden ein Mobilfunkgerät und Tablet untersucht. Auch dies hätte ihn nicht belastet, teilte die Polizei mit.

Zunächst hatte es geheißen, der Mann habe womöglich einen islamistischen Anschlag in der Hauptstadt geplant. Des Weiteren war die Rede davon, dass sich der 17-Jährige in einem Heim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Gerswalde radikalisiert haben soll. Der junge Mann war 2015 nach Deutschland gereist und wurde als Asylbewerber registriert. Seit 2016 hatte er in dem Heim gelebt.

Die Polizei war hellhörig geworden, als sie Hinweise aus Berlin und Hessen erhalten hatte, wonach sich der junge Mann im Familienkreis verabschiedet habe und in den Dschihad ("Heiliger Krieg") eingetreten sei. "Es gab einen Brief an die Mutter, aus dem ganz unzweifelhaft seine Absicht hervorging", sagte Karl-Heinz Schröter, SPD-Politiker und Innenminister von Brandenburg. Die Mitteilung sei per WhatsApp verschickt worden.

Doch bereits am Dienstag sprachen die Behörden davon, dass gegen den Mann lediglich ein Anfangsverdacht bestehe. Das Bundesinnenministerium hatte erklärt, dass es keine Anhaltspunkte dafür gebe, dass ein Anschlag unmittelbar bevorstand. "Die Behörden haben schnell und frühzeitig reagiert, um ein Risiko für die Bevölkerung auszuschließen", so das Ministerium. Über den Fall war auch der Generalbundesanwalt informiert worden. Die Karlsruher Behörde hatte ihn aber nicht übernommen.

Quelle: ntv.de, kpi/rts