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Hilfskonvoi wird verschoben Syrische Truppen treiben Keil in Ost-Ghuta

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Aller UN-Forderungen zum Trotz dringen syrische Regierungstruppen weiter in Ost-Ghuta vor.

dpa

Der Feldzug zur Rückeroberung Ost-Ghutas dauert an: Syrische Truppen und ihre Verbündeten bringen rund die Hälfte des Rebellengebiets unter ihre Kontrolle. 900 Zivilisten sollen bereits getötet worden sein, ein geplanter Hilfskonvoi muss vertagt werden.

Syrischen Regierungstruppen ist anscheinend ein tiefer Vorstoß in das Rebellengebiet Ost-Ghuta gelungen. Unter dem Schutz heftigen Artilleriefeuers hätten die Soldaten und verbündete Milizen am Vorabend einen Keil in das Rebellengebiet östlich der Hauptstadt Damaskus getrieben und es damit in zwei Hälften aufgespalten, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. 

Die Regierungsverbände seien in die Siedlungen und Gehöfte von Beit Saua und Al Aschari vorgedrungen, sagte der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Sie hätten den Nordteil der Region Ost-Ghuta um die Städte Duma und Harasta vom Südteil um Hamurijeh und Arbin getrennt.

Seit Beginn ihres Vormarsches haben die regierungstreuen Truppen den Angaben zufolge mittlerweile rund die Hälfte des Rebellengebietes in der Region Ost-Ghuta erobert. Sie verfolgten dabei "dieselbe Taktik wie in Ost-Aleppo 2015", sagte Abdel Rahman. "Erst spalten sie die Region und dann werden die Zivilisten in ein kleines Gebiet gedrängt."

Er erwartet, dass die Regierungstruppen nun den Beschuss jener Gebiete verstärken werden, in denen die Zivilisten zusammengedrängt sind. "Das geschieht unter den Augen der Weltgemeinschaft und die Zivilbevölkerung von Ost-Ghuta zahlt wieder einen hohen Preis", sagte er. Der Aktivist Abu Ahd berichtete aus dem Rebellengebiet, nach der Intensivierung des Artilleriefeuers am Mittwoch seien mindestens 45 Menschen getötet worden.

Das Rote Kreuz verschob angesichts der jüngsten Entwicklungen einen bereits fest eingeplanten Hilfskonvoi für Ost-Ghuta. Die Lage vor Ort sei derzeit zu unsicher, um die Hilfen wie geplant auszuliefern, teilte das Internationale Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) mit. "Unter solchen Bedingungen ist es uns nicht möglich, den Einsatz auszuführen", sagte die IKRK-Sprecherin in Syrien, Ingy Sedky.

400.000 Menschen unter Belagerung

Nach UN-Angaben hätte der Konvoi eigentlich Hilfsgüter für rund 70.000 Menschen in die Stadt Duma in Ost-Ghuta bringen sollen. Am Montag war der Versuch einer ersten Hilfslieferung abgebrochen worden, nachdem der Konvoi unter Beschuss geraten war. Nur 32 von 46 Lastwagen hatten entladen werden können. UN-Generalsekretär Antonio Guterres hatte zuvor an alle Konfliktparteien appelliert, den Hilfskonvoi zu ermöglichen. In der Rebellenenklave leben seit 2013 knapp 400.000 Menschen unter Belagerung.

Mehr als 900 Zivilisten sollen nach Angaben von Aktivisten seit dem 18. Februar bei der Offensive getötet worden sein. Bei neuen Luftangriffen auf die Ortschaft Samalka seien sieben Zivilisten ums Leben gekommen, damit sei die Opferzahl auf 905 gestiegen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Unter den Opfern seien mindestens 188 Kinder.

Während die Regierung Truppenverstärkungen in das Kampfgebiet schickte, versuchen die Rebellen, über Gespräche mit der Türkei eine Waffenruhe für Ost-Ghuta zu erreichen. Die Türkei spricht sich im Syrienkrieg mit Russland ab, dem wichtigsten Verbündeten der syrischen Regierung.

Putin trifft Erdogan und Ruhani

Der UN-Sicherheitsrat hatte bereits im Februar eine Waffenruhe für ganz Syrien gefordert, aber nicht völkerrechtlich verbindlich beschlossen. Er hatte dabei zudem den Kampf gegen Terrormilizen wie Al-Kaida von der Waffenruhe ausgenommen, was die Kampfparteien argumentativ zur Rechtfertigung weiterer Angriffe nutzen.

Am 4. April will der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den russischen Präsidenten Wladimir Putin und den iranischen Präsidenten Hassan Ruhani zu einem Gespräch über den Syrienkrieg empfangen, berichtet die türkische Agentur Anadolu. Die drei Staaten sind die Garantiemächte im sogenannten Astana-Prozess, der zu einer Waffenruhe in Syrien führen soll. Die Außenminister der drei Staaten wollen sich bereits am 16. März in der kasachischen Hauptstadt Astana treffen.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa/AFP

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