Politik

Fortschritte im Friedensprozess? Taliban lehnen Waffenruhe ab

120819366.jpg

Eine Delegation der Taliban aus Afghanistan war Ende Mai bei Friedensgesprächen in Moskau

(Foto: picture alliance/dpa)

In Katar steht die siebte Runde der Friedensgespräche zwischen USA und der radikalislamischen Taliban bevor. Während sich der US-Gesandte für Afghanistan optimistisch gibt, kündigt die Afghanen an, weiter für einen eigenen islamischen Staat zu kämpfen.

Die radikalislamischen Taliban streben trotz ihrer Teilnahme an Friedensgesprächen mit den USA keinen Waffenstillstand in naher Zukunft an. Die ausländischen Truppen in Afghanistan seien "zur Niederlage verurteilt", erklärte Taliban-Chef Haibatullah Akhundzada. Die Taliban würden nicht aufgeben, bevor sie ihre Ziele erreicht hätten. In den kommenden Tagen soll in Katar die siebte Runde der Gespräche mit dem US-Gesandten für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, stattfinden.

*Datenschutz

In seiner Botschaft sagte der Taliban-Chef weiter, das Ziel bleibe, die Besetzung des Landes zu beenden und ein islamisches Staatssystem zu errichten, das von allen Afghanen akzeptiert werde. Dabei deutete er an, dass die Taliban in diesem Rahmen bereit seien, die Rechte von Frauen zu respektieren und Bildung, Handel und das Sozialwesen weiter voranzubringen. Zu einer Anerkennung der demokratischen Verfassung äußerte sich Mullah Haibatullah allerdings nicht.

Der US-Gesandte für Afghanistan Khalilzad, der am Freitag zu einer neuen, 17-tägigen Mission aufgebrochen war, zeigte sich dagegen optimistisch mit Blick auf die Erfolgsaussichten der anstehenden Gespräche. Er schrieb auf Twitter, der Friedensprozess gehe voran. Im vergangenen Monat sei ein "substanzieller Fortschritt" erreicht worden. Erste Station seiner Reise ist Afghanistans Nachbarland Pakistan.

Taliban sehen Verhandlungen blockiert

Die Taliban hatten nach der vorausgegangenen sechsten Verhandlungsrunde in der katarischen Hauptstadt Doha erklärt, die Verhandlungen seien wegen des Streits über den Abzug ausländischer Truppen blockiert. Khalilzad führt seit Monaten Gespräche mit Vertretern der Taliban. Vor der Festlegung auf einen Abzug ihrer Soldaten verlangen die USA von den Taliban mehrere Zusagen, darunter Sicherheitsgarantien, einen Waffenstillstand und den Beginn eines Dialogs mit der afghanischen Regierung.

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani hatte die Taliban zum Fastenmonat Ramadan zu einer Waffenruhe aufgerufen. Die Islamistengruppe lehnte dies aber ab. Bislang führen die Extremisten zwar Friedensgespräche mit den USA. Sie weigern sich jedoch, direkte Verhandlungen mit der Regierung von Präsident Aschraf Ghani aufzunehmen, die sie als Marionette der USA betrachten.

US-Präsident Donald Trump will den bislang längsten Krieg der Vereinigten Staaten beenden und forderte in einer Art "Deal" im Gegenzug für einen US-Truppenabzug von den Taliban eine Garantie, dass Afghanistan nicht wieder zum sicheren Rückzugsort für weltweit Anschläge verübende Extremisten wird.

Quelle: n-tv.de, aeh/AFP/rts

Mehr zum Thema