Politik

Provinz fällt an Islamisten Taliban schlagen Regierungstruppen zurück

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Afghanistans Armee steht nach dem Abzug der NATO bald alleine im Kampf gegen die Taliban da.

(Foto: AP)

Die afghanische Armee kämpft derzeit in mehreren Regionen des Landes gegen eine Großoffensive der Taliban. Während die Soldaten die meisten Angriffe abwehren können, erobern die Islamisten im Norden eine weitere Provinz.

In Afghanistan ist ein weiterer Bezirk an die militant-islamistischen Taliban gefallen. Dem Provinzrat Bismillah Atasch zufolge haben die Islamisten nach Gefechten mit den Sicherheitskräften den Bezirk Burka in der Provinz Baghlan im Norden des Landes erobert. Der Großteil des Bezirks sei seit drei Jahren von den Taliban kontrolliert worden. Nun hätten die Islamisten auch das Bezirkszentrum erobert.

Dem Polizeisprecher von Baghlan zufolge haben sich die Sicherheitskräfte taktisch zurückgezogen. Man versuche, das Bezirkszentrum zurückzuerobern. In anderen Landesteilen schlugen die Sicherheitskräfte der Regierung mehrere Offensiven der Taliban zurück. In den Provinzhauptstädten Gasni und Kalat seien die Kämpfe nach Entsendung von zusätzlichen Regierungskräften abgeflaut. Auch in der Provinz Helmand im Süden des Landes würden die Sicherheitskräfte Fortschritte machen, hieß es von Provinzräten.

Kabul hatte Spezialkräfte in die Region geschickt und Luftschläge in mehreren Bezirken durchgeführt. Der Kommandeur des 205. Armeekorps für den Süden des Landes spazierte am Dienstag demonstrativ ohne Schutzausrüstung durch die Provinzhauptstadt Laschkargah und sprach mit Einwohnern, wie Bilder in lokalen Medien zeigten. Beobachter befürchteten rund um den 1. Mai und in weiterer Folge eine Verschlechterung der Sicherheitslage in Afghanistan.

Das Datum markiert den offiziellen Beginn des Abzugs der internationalen Truppen aus Afghanistan. Die Zeit nun sehen viele als Test, ob die afghanischen Sicherheitskräfte, die jahrelang von den US- und NATO-Truppen ausgebildet und im Kampf unterstützt wurden, die Regierung verteidigen können. Die rund 10.000 verbliebenen internationalen Soldaten sollen bis zum 11. September das Land verlassen. Die Friedensgespräche zwischen den Taliban und der Regierung in Kabul treten weiter auf der Stelle.

Quelle: ntv.de, jhe/dpa

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