Politik

Makabere Praxis Taliban verbietet Leichenhängung ohne Richterbeschluss

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Ende September hängen die Taliban in der Stadt Herat die Leichen vier mutmaßlicher Entführer.

(Foto: AP)

Während ihrer ersten Herrschaft ist das Aufhängen von Leichen gängige Praxis der Taliban. Auch nach der erneuten Machtübernahme sieht man in einigen Provinzen wieder Leichen mutmaßlicher Verbrecher in der Öffentlichkeit. Fortan ist dafür die Genehmigung eines Richters erforderlich.

Die Taliban-Regierung in Afghanistan hat das öffentliche Zurschaustellen und das Aufhängen der Leichen von Verbrechern ohne richterliche Empfehlung verboten. Das geht aus einer Anordnung der militant-islamistischen Machthaber vom späten Donnerstagabend hervor. Im islamischen Recht gibt es einige Verbrechen, bei denen eine öffentliche Zurschaustellung der Täter empfohlen werden könnte, etwa Diebstahl, Mithilfe zum Ehebruch oder zum außerehelichem Sex, Verleumdung oder Falschaussagen.

Seit ihrer Machtübernahme Mitte August hatten die Taliban in einigen Provinzen die Leichen von Menschen, die der Entführung oder des Mordes beschuldigt wurden, öffentlich aufgehängt. Dieses Vorgehen wurde sowohl im Inland als auch im Ausland stark kritisiert. Es bestätigte bei vielen zudem den Eindruck, dass sich die Taliban seit ihrer ersten Herrschaft zwischen 1996 und 2001 nicht verändert hätten. Damals waren öffentliche Hinrichtungen mutmaßlicher Verbrecher, das Aufhängen von Leichen oder Zerstückeln ihrer Körper gängige Praxis.

In einer Reihe neuer Anordnungen wiesen die Taliban ihre Sicherheitsbehörden außerdem an, der Sicherheit "wichtiger Experten" und "berühmter Fachleute" im Lande große Aufmerksamkeit zu schenken. Unklar ist, was genau damit gemeint ist. Nach der Machtübernahme der Taliban im August haben viele Akademiker und hochgebildete Menschen das Land verlassen, weil sie nicht unter der Taliban-Herrschaft leben wollten. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Viele gebildete Afghanen, insbesondere diejenigen, die in den Städten leben, suchen nach einem Weg aus dem Land.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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