Politik

Gelnhausen statt Berlin Tauber steigt aus der Politik aus

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Mit progressiven Positionen, etwa zur doppelten Staatsbürgerschaft, machte sich Tauber parteiintern nicht nur Freunde.

(Foto: imago images/Christian Spicker)

Als Generalsekretär unter Angela Merkel managte er mehrere Jahre die CDU. Mit manchen Positionen war er der Parteilinie um mehrere Jahre voraus. Jetzt kündigt Peter Tauber sein Karriereende an.

Der frühere CDU-Generalsekretär Peter Tauber beendet seine politische Karriere. In einem Brief an die Mitglieder seines Wahlkreises kündigte der jetzige Verteidigungs-Staatssekretär an, zur Bundestagswahl 2021 nicht mehr kandidieren zu wollen. "Persönliche und familiäre Gründe haben mich nach reiflicher Überlegung zu dieser Entscheidung bewogen", heißt es in dem Schreiben Taubers.

"Dabei spielen nicht nur meine gesundheitliche Situation, sondern auch die Vorstellung, noch einmal neue berufliche Herausforderungen zu suchen und anzunehmen, eine Rolle", schreibt Tauber weiter. Es sei kein Geheimnis, dass Familie ihm viel bedeute und er seinen Lebensmittelpunkt im hessischen Gelnhausen sehe. "Auf Dauer ist die Aufgabe in Berlin dem abträglich." Die vergangenen Jahre hätten ihn teils an seine Grenzen geführt. Der CDU bleibe er aber verbunden. Er werde sich auch bei der bevorstehenden hessischen Kommunalwahl einbringen.

Tauber war von 2013 bis 2018 CDU-Generalsekretär. In dieser Zeit hatte er sich auch gegen innerparteilichen Widerstand für ein Einwanderungsgesetz und die doppelte Staatsbürgerschaft eingesetzt. Beides wird mittlerweile von der CDU vertreten. Der 46-Jährige warb auch dafür, die CDU "jünger, weiblicher und bunter" zu machen. Auch die Öffnung der Partei hin zu Lesben und Schwulen war ihm ein Anliegen - die Struktur- und Satzungskommission der CDU setzt sich aktuell dafür ein, die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) als sogenannte Sonderorganisation mit einem festen Platz in der Partei zu verankern.

Tauber ist seit 1992 CDU-Mitglied, von 2003 bis 2009 war er Landesvorsitzender der Jungen Union in Hessen. Seit Oktober 2009 sitzt der promovierte Historiker im Bundestag. Im vergangenen Jahr wurde er noch als möglicher Nachfolger von Ursula von der Leyen im Verteidigungsministerium gehandelt.

Quelle: ntv.de, ino/dpa