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Mordfall Walter Lübcke Tauber wiederholt Vorwürfe gegen Steinbach

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Ex-CDU-Generalsekretär Peter Tauber liefert sich ein Twitter-Gefecht mit Steinbach.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ex-CDU-Generalsekretär Tauber kritisiert die AfD-Unterstützerin Steinbach erneut scharf. Auf Twitter spricht er seine frühere Parteikollegin direkt an: Sie trage Mitschuld am Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke. Kurz zuvor hatte Steinbach ihrerseits Tauber kritisiert.

Der frühere CDU-Generalsekretär Peter Tauber adressiert Erika Steinbach direkt auf Twitter - und bekräftigt dort seine Kritik an ihrem Umgang mit dem Mord an Walter Lübcke. Schon seit einigen Tagen werden Vorwürfe laut, Erika Steinbach trage wegen radikaler Äußerungen eine Mitschuld an der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten. Steinbach war Anfang 2017 aus der CDU ausgetreten und ist heute Vorsitzende der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung.

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Tauber bekräftigt erneut seinen Vorwurf, Steinbach trage eine Mitschuld an Lübckes Tod. Sie sei "natürlich verantwortlich für die Folgen und Reaktionen auf deine Hetze gegen Walter Lübcke". Ihr Verhalten seit dem Mord zeige, dass sie das selbst genau wisse. Außerdem schreibt Tauber: "Und noch schlimmer ist, dass du ihn gekannt hast und weißt, was für ein aufrechter und feiner Kerl er war." Dass Steinbach bis heute "kein Wort der Trauer" gesprochen habe, liege wohl daran, dass dies "der Gipfel der Heuchelei wäre", twittert Tauber.

Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni auf der Terrasse seines Wohnhauses im hessischen Wolfhagen-Istha niedergeschossen worden. Unter dringendem Tatverdacht sitzt ein 45-Jähriger in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft stuft das Verbrechen als politisches Attentat mit rechtsextremem Hintergrund ein.

Steinbach sieht in Kritik "Diffamierung"

Steinbach hatte im Februar einen Tweet mit Kritik an Lübcke veröffentlicht, diesen aber später wieder gelöscht. Darin verlinkte sie einen Artikel, der den CDU-Politiker mit der Aussage zitierte, Kritiker könnten das Land jederzeit verlassen, wenn sie mit der Asylpolitik nicht einverstanden seien. Steinbach hatte im Deutschlandfunk eingeräumt, dass der Tweet sehr viele hasserfüllte und "extreme" Kommentare nach sich gezogen habe. Sie sei für die Reaktionen aber nicht verantwortlich: "Für einen Kommentar ist immer derjenige verantwortlich, der ihn abgibt."

Tauber hatte Steinbach bereits am Mittwoch in einem Gastbeitrag für die "Welt" scharf kritisiert. Er schrieb, die Gewaltbereitschaft von Rechts nehme zu, das politische Klima habe sich verändert. "Erika Steinbach, einst eine Dame mit Bildung und Stil, demonstriert diese Selbstradikalisierung jeden Tag auf Twitter", so Tauber. "Sie ist ebenso wie die Höckes, Ottes und Weidels durch eine Sprache, die enthemmt und zur Gewalt führt, mitschuldig am Tod Walter Lübckes."

Daraufhin hatte Steinbach die Vorwürfe zurückgewiesen. Das Verbrechen werde von politischen Kräften instrumentalisiert, die wegen der bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg erkennbar in Panik geraten seien, sagte sie. Auf Twitter nannte sie Taubers Gastbeitrag nun eine "Diffamierung" und schrieb: "Peter Tauber liegt voll daneben. Wie so häufig."

Quelle: n-tv.de, aeh/dpa

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