Politik

Demo auf Wiener Ballhausplatz Tausende Demonstranten fordern Neuwahlen

Vizekanzler Heinz-Christian Strache ist zurückgetreten. Doch ob die Regierungskoalition in Österreich bestehen bleibt, ist unklar. Auf dem Wiener Ballhausplatz vor dem Bundeskanzleramt fordern Tausende Menschen Neuwahlen.

Die Krisensitzung im österreichischen Kanzleramt zur Video-Affäre ist von Protesten begleitet worden. Nach ersten Angaben der Polizei versammelten sich auf und rund um den Ballhausplatz in der Wiener Innenstadt, wo auch das Bundeskanzleramt liegt, etwa 2000 bis 3000 Demonstranten. Am späten Nachmittag war bei der Polizei von 5000 Teilnehmern die Rede. Sie forderten lautstark Neuwahlen. Auf Plakaten standen Parolen wie "Diese Regierung ist korrupt", "Es reicht" oder "Pfui".

Der Rücktritt des Vizekanzlers Heinz-Christian Strache von der FPÖ von allen Ämtern genügte den Menschen als Konsequenz aus der Affäre nicht. Strache hatte bei einem Treffen mit einer angeblich schwerreichen Investorin auf Ibiza erklärt, er würde ihr im Gegenzug für Wahlkampfhilfe öffentliche Aufträge zuschanzen, sollte die FPÖ an die Macht kommen.

Der Inhalt des Videos war am Freitagabend öffentlich bekannt geworden und hatte in Österreich, aber auch im Ausland scharfe Kritik ausgelöst. Am Samstagmittag trat der 49-jährige Strache von seinem Amt als Vizekanzler zurück. Zudem gab er den Vorsitz der FPÖ ab, den er seit 2005 innehatte.

Im Kanzleramt wurde über das weitere Vorgehen beraten. Es geht darum, ob die ÖVP-FPÖ-Koalition in neuer personeller Zusammensetzung weiterregiert oder Neuwahlen angepeilt werden. Dazu wollte sich der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz auf einer Pressekonferenz äußern.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa

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