Politik

Vorgeschmack auf den 1. Mai Tausende gehen in Berlin auf die Straßen

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Wohnen und Mietpreise waren zentrale Themen auf der Demo im Wedding.

(Foto: imago images/Marius Schwarz)

Traditionell gibt es in der Walpurgisnacht Demonstrationen linker Gruppen. So auch in diesem Jahr, aufgrund der Corona-Pandemie aber mit Beschränkungen. In Berlin gehen etwa 3500 Menschen auf die Straßen. Es ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf den 1. Mai.

Rund 3500 Demonstranten sind am Vorabend des 1. Mai in Berlin weitgehend friedlich auf die Straße gegangen. Im Wedding protestierten am Abend laut Polizei rund 1500 Menschen für gesellschaftliche Veränderungen und hielten dabei weitgehend die Corona-Regeln ein.

Ein in Kreuzberg gestarteter Protest feministischer Gruppen gegen Patriarchat und Kapitalismus wurde von den Veranstaltern vorzeitig beendet. Laut Polizei wurde zuvor aus dem Aufzug heraus mit Flaschen, Steinen und Eiern nach Polizisten geworfen. Polizisten seien aber von den Würfen nicht getroffen worden. Es seien mit etwa 2000 Teilnehmern auch deutlich mehr gekommen als erwartet. Angemeldet gewesen seien nur einige Hundert.

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Schon mal vorglühen für den 1. Mai: Rund 1500 Demonstranten marschierten durch den Wedding.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bei der Demonstration im Wedding wurden laut Polizei zwei Menschen für kurze Zeit festgenommen. Linke und linksradikale Gruppen hatten unter dem Motto "Von der Krise zur Enteignung" zu dem Treffen aufgerufen. Auf Balkonen und vom Dach eines Eckhauses wurden bengalische Feuer geschwenkt und Rauchtöpfe gezündet, als die Demonstranten vorbeiliefen.

Nach dem Ende der Demonstration am S-Bahnhof Gesundbrunnen zerstreuten sich die Teilnehmer rasch. Während der Demonstration wurden zahlreiche Transparente gezeigt. Zu lesen war etwa: "Die Reichen sollen zahlen", "Wohnraum, Betriebe und Krankenhäuser in unsere Hände" oder "Obdachlosigkeit beenden". Laut skandiert wurde auch "Keine Rendite mit der Miete".

5000 Polizisten am Samstag im Einsatz

Das Motto der feministischen Gruppen hieß: "Take back the night - Wir nehmen uns die Nacht zurück". Der Zug mit vielen dunkel gekleideten Frauen aus dem linken Spektrum wurde auf dem Weg in den Stadtteil Friedrichshain auch vorübergehend gestoppt, weil Pyrotechnik gezündet wurde, wie eine Polizeisprecherin sagte. Die Versammlungsleitung habe ihre Demonstration dann offensichtlich nicht mehr im Griff gehabt und sie wenig später für beendet erklärt.

Allein am Freitag waren laut Polizei knapp 2000 Einsatzkräfte für die Sicherheit in der Stadt unterwegs. Partys und Straßenfeste in der Walpurgisnacht fielen wie im Vorjahr wegen der Corona-Pandemie und der Ausgangsbeschränkungen aus. Die Polizeisprecherin zeigte sich mit dem bisherigen Verlauf der Walpurgisnacht zufrieden. Es habe stadtweit nur wenige, vorübergehende Festnahmen gegeben.

Am 1. Mai sollen mehr als 5000 Polizisten im Einsatz sein. Beamte aus mehreren Bundesländern sowie von der Bundespolizei unterstützen die Hauptstadt-Polizei. Mehr als 20 Demonstrationen waren angemeldet, darunter die sogenannte Revolutionäre 1. Mai-Demonstration am Samstagabend mit Tausenden Teilnehmern. Auch die sogenannten Querdenker wollten am Mai-Feiertag demonstrieren.

Polizeipräsidentin Barbara Slowik erwartete eine "anspruchsvolle, fordernde Einsatzlage". Sie kündigte im RBB-Inforadio an, bei Verstößen gegen die Corona-Regeln würden Demonstrationen schnell aufgelöst. Wegen der Abstandsregeln könnten laut Polizeipräsidentin die Demonstrationszüge mehrere Kilometer lang werden. Dementsprechend gebe es auch Absperrungen von Straßen und Plätzen.

Ruhiger Start in Hamburg

In Hamburg verliefen derweil erste Kundgebungen linker und linksextremer Gruppen zunächst ohne größere Zwischenfälle. Bei der größten Versammlung am Bahnhof Sternschanze kamen mehrere Hundert Menschen zusammen, wie die Polizei mitteilte. Da zu dem vom linksextremen Roten Aufbau organisierten "Klassenfest" coronabedingt nur 200 Menschen zugelassen waren, wurde der Anmelder aufgefordert, die Teilnehmerzahl zu begrenzen. Den Angaben zufolge hatten sich im Umfeld und bei der Versammlung zeitweise mehr als 600 Menschen eingefunden. Die Polizei war mit einem starken Aufgebot zugegen.

Als die Beamten versuchten, weiterhin anrückende Demonstranten auf dem Bahnhofsvorplatz zurückzudrängen, kam es zu einem kleineren Handgemenge. Zuvor war bereits eine Frau vorläufig festgenommen worden, weil sie sich geweigert hatte, in der Menschenmasse eine Maske zu tragen oder den Platz zu verlassen. Bei einem zweiten "Klassenfest" des vom Verfassungsschutz als gewaltorientiert eingestuften Roten Aufbaus zählte die Polizei in der Spitze 90 Teilnehmer, ebenso viele wie bei einer "queerfeministischen Kundgebung" auf dem Hans-Albers-Platz auf St. Pauli. Die Polizei sprach bei allen drei Veranstaltungen von einem weitgehend ruhigen Verlauf.

Quelle: ntv.de, mli/dpa

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