Politik

Gedenkmarsch für Nemzow Tausende gehen in Russland auf die Straßen

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Bei der Demo in Moskau waren auch EU-Flaggen zu sehen.

(Foto: REUTERS)

Vor vier Jahren wird der Putin-Gegner Boris Nemzow ermordet. Tausende Menschen gehen in Moskau und St. Petersburg auf die Straßen, um des Oppositionspolitikers zu gedenken. Aus dem Trauermarsch entwickelt sich eine Demonstration für demokratische Reformen.

Vier Jahre nach dem Mord an dem russischen Oppositionspolitiker Boris Nemzow haben Tausende Menschen bei einem Marsch in Moskau an das Verbrechen erinnert. Das sei aber kein Trauermarsch, sondern eine Kundgebung für demokratische Reformen, sagte der Oppositionspolitiker Ilja Jaschin.

Die Organisatoren sprachen von 8000 Teilnehmern. Die Polizei gab die Zahl der Agentur Interfax zufolge mit 6000 Menschen an. Die Aktion verlief demnach friedlich. Auch in St. Petersburg gab es einen Marsch in Erinnerung an den am 27. Februar 2015 unweit des Kremls erschossenen Nemzow. "Das ist eine politische Demonstration gegen Kremlchef Wladimir Putin und für ein freies Russland", sagte Jaschin.

Die Familie Nemzows beklagte nach Darstellung der Anwältin Olga Michailowa, dass die Hintermänner des Verbrechens noch immer nicht gefasst seien. Die Fahnder würden den Angehörigen Informationen über den Stand der Ermittlungen vorenthalten, sagte Michailowa der Agentur Interfax. "Das ist natürlich sehr traurig und macht den Eindruck, dass eben gerade die Politik dahingehend wirkt, dass die Organisatoren und Auftraggeber nicht gefasst und ihrer verdienten Bestrafung zugeführt werden", sagte sie.

Der frühere Vizeregierungschef Nemzow war ein scharfer Kritiker von Präsident Putin. Nach Angaben der russischen Ermittler ist der mutmaßliche Auftraggeber des Mordes, Ruslan Muchudinow, seit 2015 international zur Fahndung ausgeschrieben. Unklar ist das Motiv. Den Mörder hatte im Juli 2017 ein Moskauer Gericht zu 20 Jahren Haft verurteilt. Außerdem wurden vier Männer wegen Beihilfe zum Mord zu Gefängnisstrafen zwischen 11 und 19 Jahren verurteilt.

Quelle: n-tv.de, uzh/dpa

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