Politik

Razzien auch in Deutschland Terrorverdächtiger in Niederlanden gefasst

imago90629446h.jpg

Eine Einheit zur Beweissicherung und zur Festnahme ist bei einer der Razzia, wie hier in Nordrhein-Westfalen, vor Ort.

(Foto: imago images / Benjamin Horn)

Ein syrischer Kommandant der Al-Nusra-Front wird in den Niederlanden festgenommen, ihm werden Terrorismus und Kriegsverbrechen vorgeworfen. Deutsche Ermittler finden zuvor bei Razzien in mehreren Bundesländern den Aufenthaltsort des 47-Jährigen heraus.

Niederländische Fahnder haben einen Kommandanten der radikal-islamischen Al-Nusra-Front festgenommen, dem Terrorismus und Kriegsverbrechen in Syrien vorgeworfen werden. Der 47-Jährige mit dem Kampfnamen Abu Chudr sei in der niederländischen Gemeinde Kapelle nach Hinweisen aus Deutschland gefasst worden, teilte die Landespolizei mit.

In einer koordinierten Aktion gab es zeitgleich sechs Durchsuchungen, auch in Deutschland. Dabei ging es um mutmaßliche Al-Nusra-Mitglieder in Sachsen-Anhalt, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Festnahmen gab es hier nicht. Die deutsche Polizei hatte die Ermittlungen gegen den Terrorverdächtigen ins Rollen gebracht, weil ihr belastende Aussagen gegen den Syrer vorlagen, wie die niederländische Polizei mitteilte.

Der Verdächtige soll ein Bataillon der Miliz im syrischen Bürgerkrieg angeführt haben und hält sich seit 2014 als Flüchtling in den Niederlanden auf. Er soll dem Untersuchungsrichter am für Kriegsverbrechen zuständigen Gericht in Den Haag vorgeführt werden. Im Gespräch mit der britischen Zeitung "The Guardian" bezeichnete Abu Chudr die Mitglieder seines Bataillons vor Jahren als Spezialisten für Sprengsätze und Autobomben. "Unser Haupttalent sind Bombenanschläge."

Die radikal-islamische Al-Nusra-Front, die inzwischen ihren Namen geändert hat, ist im syrischen Bürgerkrieg eine der wichtigsten Konfliktparteien. Ihr Ziel ist es, den syrischen Machthaber Baschar al-Assad zu stürzen und einen Staat zu errichten, der auf dem auf islamischem Recht, der Scharia, basiert. Die Al-Nusra-Front steht dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahe, hat sich aber offiziell von ihm losgesagt. Die Bundesanwaltschaft bringt sie mit mehr als 1500 Anschlägen und 8700 Todesopfern in Verbindung.

Quelle: n-tv.de, joh/dpa

Mehr zum Thema