Politik

Festnahme in Berlin Terrorverdächtiger soll IS-Anhänger sein

Nach der Festnahme eines Terrorverdächtigen in Berlin wird mehr über den 27-Jährigen bekannt: Der Mann ist ein mutmaßliches IS-Mitglied. Er soll in Tunesien geboren sein und hält sich seit 2015 in Deutschland auf. Die Polizei hatte ihn schon längere Zeit im Visier.

Gut drei Wochen nach der Verhaftung des Syrers Dschaber al-Bakr in Leipzig haben Berliner Ermittler einen weiteren Terrorverdächtigen gefasst. Beamte des Landeskriminalamtes nahmen den Mann - nach eigenen Angaben ein 27-jähriger Syrer - am Mittwochabend in einer Wohnung in Berlin-Schöneberg fest. Laut Bundesanwaltschaft wird er verdächtigt, Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gewesen zu sein.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière zeigte sich erleichtert. Der Mann sei schon länger vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet worden, sagte er. "Ich bin sehr froh, dass es gelungen ist, diesen Verdächtigen festnehmen zu lassen." Die Behörden täten alles, "damit es in Deutschland nicht zu einem Anschlag kommt".

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen ist bei dem in Berlin Festgenommenen wohl kein Sprengstoff gefunden worden. Endgültig klar sei das aber noch nicht, hieß es. Es handele sich wohl um einen Einzeltäter. Der Zugriff am Mittwochabend sei nötig gewesen, da Gefahr im Verzug gewesen sei, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur zudem. Der ursprüngliche Hinweis sei von einem befreundeten Geheimdienst gekommen. "Focus Online" hatte am Abend geschrieben, der Festgenommene gelte als hochgefährlich. Es werde in Berliner Sicherheitskreisen von einem "zweiten Dschaber al-Bakr" gesprochen. Das genaue Ausmaß der angenommenen Terrorbedrohung blieb aber zunächst unklar.

Bericht: Helfer hatte Verdächtigen aufgenommen

In jüngster Zeit hatte sich mehrfach gezeigt, dass islamistische Extremisten, etwa vom IS, auch Deutschland im Visier haben. Der mutmaßliche Terrorist Al-Bakr hatte sich schon Sprengstoff besorgt und wollte den Ermittlern zufolge einen Berliner Flughafen angreifen. Er erhängte sich kurz nach seiner Festnahme in seiner Gefängniszelle in Leipzig.

Im Berliner Fall wurde der Mann zunächst vorläufig festgenommen. Der 27-Jährige ist von einem ehrenamtlichen Berliner Flüchtlingshelfer in dessen Wohnung aufgenommen worden. Nach dpa-Informationen aus Sicherheitskreisen hatte sich der aus Tunesien stammende Verdächtige Ashraf Al-T. unter falschem Namen als Kriegsflüchtling aus Syrien ausgegeben. Nach eigener Aussage hält er sich seit 2015 in Deutschland auf.

Der Verdächtige sei zusammen mit einem mutmaßlichen Komplizen deutscher Herkunft und gleichen Alters über einen längeren Zeitraum observiert worden, sagte ein Ermittler der "Welt". Informationen über mögliche Anschlagspläne erhofften sich die Ermittler durch Auswertung seiner Kommunikationsgeräte.

Quelle: n-tv.de, kpi/hul/dpa

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