Politik

Betrugsvorwürfe gegen Kommission Thailand hält Wahlergebnis zurück

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Eigentlich wollte die staatliche Wahlkommission genauere Zahlen zur Wahl vorlegen.

(Foto: dpa)

Gespannt wartet Thailand auf das Ergebnis der ersten Parlamentswahlen in fünf Jahren. Doch das Land muss auf das Wahlergebnis weiter warten - die staatliche Wahlkommission hält genauere Zahlen weiterhin unter Verschluss. Betrugsvorwürfe werden laut.

In Thailand lässt das Ergebnis der ersten Parlamentswahl seit einem Militärputsch vor fünf Jahren weiter auf sich warten. Die staatliche Wahlkommission nannte auf einer Pressekonferenz in Bangkok entgegen der Erwartungen keine genaueren Zahlen. Zugleich kündigte sie an, dass das endgültige Ergebnis der Wahl vom Sonntag am 9. Mai bekanntgegeben werde.

Aus der Opposition wurden Zweifel am regulären Ablauf von Wahl und Auszählung laut. Möglicherweise wird erst gegen Ende der Woche klar, wer sich Sieger nennen darf - vielleicht auch noch später. Die Wahlkommission verschob die Bekanntgabe genauerer Zahlen mehrere Male. Schließlich erklärte Generalsekretär Charungwit Poomma: "Wir können Stimmen nicht so schnell zählen wie in anderen Ländern und den Gewinner schon am Tag danach bekannt geben." Gegen die Kommission gibt es aber auch Betrugsvorwürfe. Mehr als 270.000 Thailänder haben im Internet eine Petition zu ihrer Auflösung unterschrieben.

Vorläufigen Zahlen von Sonntagabend zufolge liegt die Partei von Militärmachthaber Prayut Chan-o-cha mit mehreren Hunderttausend Stimmen vor der größten Partei der demokratischen Opposition. Damit hat Prayut gute Chancen, sein Amt behalten zu können. Allerdings hängt dies entscheidend von der Sitzverteilung ab. Der 65-Jährige hatte 2014 als Chef der Armee eine demokratisch gewählte Regierung aus dem Amt geputscht.

Zur Verteilung der jetzt zu vergebenden 500 Sitze im Repräsentantenhaus - dem Unterhaus des Parlaments - gibt es jedoch immer noch keine zuverlässigen Angaben. Die 250 Sitze im Senat - dem Oberhaus - werden ohne jegliche Wahl vom Militär bestimmt. Im Internet kursieren zahlreiche Kommentare, wonach es bei der Wahl Unregelmäßigkeiten gegeben haben soll. Eine Bestätigung von unabhängiger Seite gab es dafür nicht.

Quelle: n-tv.de, vck/dpa

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