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Tausende Migranten sitzen fest Tijuana ruft "humanitären Notstand" aus

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An der mexikanischen Grenze harren Tausende Migranten aus, die in die USA einreisen wollen.

(Foto: REUTERS)

Ihr Ziel sind die USA. Doch vorerst sind fast 5000 Flüchtlinge aus Mittelamerika in Tijuana gestrandet. Die Behörden der mexikanischen Grenzstadt sind überfordert und bitten die UN um Hilfe. Denn die Versorgungslage wird immer kritischer.

In der mexikanischen Grenzstadt Tijuana ist wegen Tausender dort eingetroffener Migranten ein "humanitärer Notstand" ausgerufen worden. Bürgermeister Juan Manuel Gastélum sagte zur Rechtfertigung der Maßnahme, die Beherbergung von über 4700 mittelamerikanischen Migranten im Stadion "Benito Juárez" sei für die Stadtregierung nicht tragbar.

Die Migranten stammen größtenteils aus Honduras, El Salvador und Guatemala - sie hoffen auf politisches Asyl in den USA. Gastélum forderte am Freitag die Unterstützung der mexikanischen Regierung und der Vereinten Nationen. "Ich werde nicht das Geld der Einwohner von Tijuana hierfür ausgeben", sagte Gastélum. Die Verpflegung der Migranten koste täglich 550.000 Peso (umgerechnet 24.000 Euro). Über 700 Beamte wurden nach Angaben der Stadtregierung mit der Betreuung beauftragt.

Eine Gruppe der Migranten widersetzte sich am Freitagabend der Polizei, die einen von ihnen wegen Marihuana-Konsums festnehmen wollte. Der Zwischenfall fand vor dem Stadion statt. Ein junger Mann wurde festgenommen, weil er einen Polizisten mit einem Steinwurf verletzt hatte.

Seit der Ankunft der Migranten in Tijuana sind 109 mittelamerikanische Migranten festgenommen worden, zumeist wegen leichterer Vergehen. 71 von ihnen wurden bereits in ihre Heimatländer zurückgebracht, wie die Zeitung "Excelsior" berichtete. Weitere Tausende Mittelamerikaner sind in die nordmexikanische Grenzstadt unterwegs - auf der Flucht vor Gewalt und Armut in ihren Heimatländern.

Es wird geschätzt, dass insgesamt rund 10.000 Menschen nach Tijuana wollen. US-Präsident Donald Trump drohte wiederholt mit einer Schließung der Grenze zu Mexiko, sollte das lateinamerikanische Land die Lage nicht unter Kontrolle halten können.

Quelle: n-tv.de, hny/dpa

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