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MH17-Abschuss über Ukraine Tonmitschnitte belasten Putins engsten Kreis

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Ermittler in den Niederlanden haben das Wrack der MH17 rekonstruiert: 298 Menschen starben bei dem Abschuss.

(Foto: AP)

Die MH17 mit fast 300 Passagieren an Bord wird über der Ostukraine abgeschossen. Schnell geraten russische Separatisten im Donbass in Verdacht. Der Kreml leugnet jede Verantwortung. Nun legen Ermittler erstmals Tonmitschnitte vor, die Russlands Präsidenten Putin schwer belasten.

Im Fall der abgeschossenen malaysischen Passagiermaschine MH17 haben Ermittler in den Niederlanden neue schwere Vorwürfe gegen Russland erhoben. Die Verbindungen zwischen der Führung der Separatisten und Russland seien enger als bisher bekannt, sagte Ermittler Andy Kraag vom internationalen Untersuchungsteam JIT in einer Videobotschaft. Das JIT veröffentlichte Telefonmitschnitte, auf denen unter anderem Wladislaw Surkow, ein enger Berater von Kremlchef Wladimir Putin, zu hören sein soll. Nach Darstellung von Kraag gingen die Kontakte deutlich über militärische Hilfe hinaus.

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Die nun veröffentlichten Mitschnitte sollen beweisen, dass die Separatisten direkten Kontakt zu russischen Regierungsbeamten hatten. Das wäre eine Sensation, weil Russland vehement bestreitet, die Separatisten militärisch zu unterstützen oder sie zu steuern. So sollen der selbst ernannte frühere Regierungschef der Rebellen in der nicht anerkannten Volksrepublik Donezk, Alexander Borodaj, und dessen so bezeichneter damaliger Verteidigungsminister Igor Girkin (genannt Strelkow) Kontakt mit Putin-Berater Surkow gehabt haben. Alle Verdächtigen befinden sich in Russland.

Der JIT-Ermittler David Nelson von der australische Bundespolizei sagte, neben normalen Telefonen hätten die Rebellen sichere Kommunikationsmittel benutzt, die ihnen anscheinend von Russland zur Verfügung gestellt und die auch von "hochrangigen russischen Offiziellen für ihre Kontakte mit den Kämpfern benutzt" worden seien. Laut JIT wurden die Kommunikationsmittel wahrscheinlich vom russischen Geheimdienst FSB geliefert. Kraag und Nelson riefen in einer gemeinsamen Videobotschaft Zeugen mit Blick auf die Mitschnitte auf, sich bei den Ermittlern zu melden. Sie wollen demnach herausfinden, von wem genau die Rebellen kontrolliert und kommandiert wurden. Zur Herkunft der Mitschnitte wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Moskau sieht sich vorverurteilt

Der Vorwurf, dass die Rebellen von der Machtzentrale in Moskau aus gesteuert werden, steht seit Langem unbewiesen im Raum. Russland bestreitet vehement, etwas mit dem Abschuss der MH17 am 17. Juli 2014 zu tun zu haben. Damals starben alle 298 Menschen an Bord. Im Juni hatte die Untersuchungskommission in den Niederlanden die Namen von vier Verdächtigen genannt, die für den Abschuss verantwortlich sein sollen. Zugleich hatte sie weitere Ermittlungen angekündigt.

Russland wies die Vorwürfe umgehend zurück. "Das Urteil war gleich gefällt worden. Alles andere bedeutet eine Anpassung des Materials an das Urteil", sagte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa der Agentur Interfax zufolge. Das nun vorgelegte Material solle lediglich "die Taktik der Anklage" belegen. Die vom JIT vorgelegten Informationen müssten nun von Experten überprüft werden.

Bisherigen Erkenntnissen zufolge wurde das Flugzeug auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur von Separatisten im Kriegsgebiet Donbass im Osten der Ukraine abgeschossen. Sie sollen mit einem russischen Luftabwehrsystem Buk eine Rakete auf die Maschine abgefeuert haben. Damit erhielt der blutige Konflikt zwischen ukrainischen Regierungstruppen und den aus Russland unterstützten Separatisten erstmals eine internationale Dimension.

Vier Verdächtige: Russland lehnt Auslieferung ab

Bei dem Konflikt starben nach UN-Schätzungen bisher rund 13.000 Menschen. Die Europäische Union sicherte ihre Unterstützung zu, für die Opfer und ihre Hinterbliebenen Gerechtigkeit herzustellen. Zugleich hatte sie Russland dazu aufgefordert, mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten. In den Niederlanden soll im März 2020 der Prozess gegen die vier Verdächtigen beginnen. Allerdings will Russland die Männer nicht ausliefern.

Die nun veröffentlichten Gesprächsmitschnitte würden noch deutlicher als bisher eine Verstrickung Moskaus in den Abschuss von MH17 nahelegen, sagte Piet Ploeg, ein Sprecher von Opfer-Angehörigen. Es sei sehr zu begrüßen, dass das JIT bei der Suche nach den Verantwortlichen für den Tod von 298 Menschen keine Ruhe gebe. "Das JIT sucht nach denjenigen, die auf den Knopf gedrückt haben und ebenso nach Beteiligten in der russischen Regierung. Anscheinend gibt es so viel neues Material, dass es die Mühe wert ist, auch nach weiteren Zeugen zu suchen."

Quelle: n-tv.de, mau/dpa

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