Politik

Ortschaft nahe Ukraine getroffen Transnistrien meldet Explosionen nach Drohnenangriff

284155753.jpg

Vor rund zwei Wochen sollen zwei Radioantennen in Transnistrien zerstört worden sein.

(Foto: picture alliance/dpa/Press Center of the Ministry of Internal Affairs of the Pridnestrovian Moldavian Republic/AP)

Angeblich gibt es auf dem Gebiet Transnistriens erneut Explosionen. Das Innenministerium der abtrünnigen Republik behauptet, die Ukraine habe mit Drohnen die grenznahe Ortschaft Woronkowo angegriffen. Kiew weist die Darstellung zurück und unterstellt Russland, seinen Krieg ausweiten zu wollen.

Die an die Ukraine angrenzende Konfliktregion Transnistrien in der Republik Moldau hat von erneuten Angriffen auf ihr Territorium gesprochen. In der Nacht habe es in der Ortschaft Woronkowo mehrere Explosionen gegeben, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Innenministerium der Region. Nach AFP-Angaben soll das Gelände eines ehemaligen Flughafens getroffen worden sein. "Über der Militärgarnison in Woronkowo sind mindestens zwei Drohnen geflogen, vier Explosionen waren zu hören." Angeblich seien zwei Angriffe im Abstand von einer Stunde geflogen worden. Tote und Verletzte habe es nicht gegeben. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Der Ort Woronkowo im Bezirk Rybniza liegt rund fünf Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.

Das seit den 90er-Jahren von der ehemaligen Sowjetrepublik Moldau abtrünnige Transnistrien grenzt an die südukrainische Region Odessa. Transnistrien gilt als prorussisch, zudem sind dort rund 1500 russische Soldaten stationiert, die den Waffenstillstand und alte Munitionsdepots und Waffenlager überwachen sollen. Die Region wurde in den letzten Wochen mehrfach von Anschlägen erschüttert. Radiomasten einer Funkstation für russische Sender wurden gesprengt, zudem wurden das Gebäude des örtlichen Geheimdienstes in Tiraspol und angeblich auch ein Objekt der dort stationierten russischen Truppen beschossen.

Die transnistrischen Separatisten und Russland machen die Ukraine für die Attacken verantwortlich. Kiew dementiert und sieht darin einen Versuch, die Spannungen im Hinterland der Ukraine zu erhöhen. Ein Befehlshaber des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hatte jüngst die Schaffung eines "Korridors" mit Zugang zu Transnistrien zu den Kriegszielen Moskaus erklärt. Kiew wirft Russland vor, eine Destabilisierung in der Region anzustreben, um auf diese Weise einen Vorwand für eine militärische Intervention zu schaffen.

Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt wird am heutigen Samstag in der Republik Moldau erwartet, um angesichts des Kriegs mit Vertretern von Regierung, Parlament und Hilfsorganisationen sprechen.

Quelle: ntv.de, als/dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen