Politik

Sieht "nicht allzu gut aus" Trump: Khashoggi wahrscheinlich tot

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Trump droht Saudi-Arabien mit Konsequenzen.

(Foto: dpa)

US-Präsident Trump geht mittlerweile vom Tod des Journalisten Khashoggis aus und will mit dem saudischen König telefonieren. Die Verlobte des Journalisten lädt er ins Weiße Haus ein.

US-Präsident Donald Trump hält es offenbar für wahrscheinlich, dass der vermisste saudiarabische Journalist Jamal Khashoggi tot ist. Nach Khashoggis Verschwinden am 2. Oktober in Istanbul habe noch die Hoffnung bestanden, von dem regierungskritischen Journalisten ein Lebenszeichen zu erhalten, sagte Trump in Washington. Nach dieser ersten Hoffnung sehe es aber mittlerweile "nicht allzu gut aus".

Zuvor hatte Trump bereits im Fall einer Ermordung Khashoggis durch Saudi-Arabien mit Konsequenzen gedroht. "Wir werden der Sache auf den Grund gehen, und es wird eine harte Bestrafung geben", sagte er dem US-Sender CBS. Auf die Frage, ob der Regimekritiker möglicherweise auf Anordnung der saudischen Führung ermordet worden sei, sagte der Präsident: "Es wird untersucht, das wird ganz, ganz genau angeschaut, und wir wären sehr aufgebracht und verärgert, wenn das der Fall wäre."

Der Präsident hatte davor im Sender CBS mit einer "harten Bestrafung" gedroht, sollten sich Vorwürfe bewahrheiten, dass Saudi-Arabien für den Tod des Regimekritikers verantwortlich sei. Im Weißen Haus betonte Trump allerdings auch: "Zu diesem Zeitpunkt weiß niemand, was passiert ist."

Trump kündigte an, er werde noch am Wochenende den saudischen König Salman anrufen. "Ich denke, dass es angemessen ist, ihn zu fragen, was los ist." Trump wandte sich erneut dagegen, ein 110 Milliarden Dollar schweres Rüstungsgeschäft mit Saudi-Arabien aufzukündigen. "Wir würden uns selber bestrafen, wenn wir das täten", sagte er.
"Wenn sie das nicht von uns kaufen, dann werden sie es von Russland kaufen oder sie werden es von China kaufen oder sie werden es von anderen Ländern kaufen." Saudi-Arabien ist ein enger Verbündeter der USA.

"Andere Dinge, die wir tun können"

Trump verwies auf die vielen Arbeitsplätze in den USA, die betroffen wären. Der Präsident fügte aber hinzu: "Es gibt andere Dinge, die wir tun können, die sehr, sehr wirksam sind, sehr stark." Einzelheiten nannte er nicht. Trump sagte, er habe die türkische Verlobte Chaschukdschis ins Weiße Haus eingeladen. "Sie hat mir und der First Lady einen Brief geschrieben, einen schönen Brief."

Von Khashoggi fehlt seit seinem Besuch im saudiarabischen Konsulat in Istanbul am 2. Oktober jede Spur. Türkische Ermittler gehen davon aus, dass der Regierungskritiker dort von saudiarabischen Agenten ermordet wurde. Riad bestreitet dies, ist bisher aber den Beweis dafür schuldig geblieben, dass der damals 59-jährige Khashoggi das Gebäude lebend verließ.

Laut der US-Zeitung "Washington Post" informierten türkische Regierungsvertreter US-Vertreter über Audio- und Videoaufnahmen, auf denen zu sehen und zu hören sei, wie Khashoggi in dem saudiarabischen Konsulat in Istanbul verhört, gefoltert und ermordet worden sei. Anschließend sei seine Leiche zerteilt worden, berichtete das Blatt, für das Khashoggi seit seiner Flucht aus seiner Heimat vergangenes Jahr Kolumnen geschrieben hatte.

Quelle: n-tv.de, ghö/AFP/dpa