Keinen Nobelpreis bekommenTrump: "Nicht mehr verpflichtet, ausschließlich an Frieden zu denken"

US-Präsident Trump beansprucht für sich, acht Kriege beendet zu haben. Dafür stehe ihm eigentlich der Friedensnobelpreis zu, findet er. Sein aggressives Auftreten gegenüber Grönland erklärt Trump nun damit, dass der Preis 2025 nicht an ihn ging.
US-Präsident Donald Trump fühlt sich nach eigenen Worten in Bezug auf Grönland nicht mehr "verpflichtet, ausschließlich an den Frieden zu denken", weil er im vergangenen Jahr nicht den Friedensnobelpreis bekommen hat. Einem Bericht zufolge teilte Trump dies dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Store per Brief mit, weil Norwegen "beschlossen" habe, Trump den Friedenspreis nicht zu verleihen. Er habe mindestens acht Kriege beendet, behauptet der US-Präsident.
Auf X veröffentlichte ein Journalist des Senders PBS den Inhalt des Briefes, der auch an mehrere europäische Botschafter in Washington weitergeleitet worden sei. Demnach stehe Frieden für Trump zwar immer im Vordergrund, aber wegen der Entscheidung des Nobelpreiskomitees könne er nun darüber nachdenken, was gut und richtig für die Vereinigten Staaten sei.
Trump wiederholt in dem Brief auch den Vorwurf, Dänemark könne Grönland nicht vor China und Russland schützen. "Und warum haben sie überhaupt das Eigentumsrecht daran?", fragt er Norwegens Regierungschef. Es gebe keine schriftlichen Dokumente, es sei lediglich so, dass vor Hunderten von Jahren ein dänisches Boot auf Grönland gelandet sei.
Strafzölle gegen Deutschland angekündigt
"Die Welt ist nicht sicher, solange wir nicht die vollständige und totale Kontrolle über Grönland erlangt haben", beendet Trump den Brief.
Der US-Präsident hat wiederholt deutlich gemacht, dass sich die USA die Insel einverleiben wollen - was die europäischen Nato-Partner vehement ablehnen. Bereits zuvor hatte Trump gewarnt, dass ansonsten Russland oder China das strategisch wichtige Territorium in der Arktis übernehmen würden. Grönland ist weitgehend autonom und gehört zum Staatsgebiet des Nato-Mitglieds Dänemark.
Am Samstag hatte Trump Strafzölle gegen Deutschland und weitere Nato-Länder angekündigt. Die Maßnahme solle gelten, bis den USA der Kauf Grönlands erlaubt wird. Anstoß hatte der US-Präsident unter anderem an deren gemeinsamer militärischer Erkundungsmission auf Grönland genommen.