Politik

Greta soll mal "chillen" Trump-Thunberg-Streit geht in nächste Runde

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Machen aus ihrer gegenseitigen Abneigung kein Geheimnis: Donald Trump und Greta Thunberg.

(Foto: REUTERS)

Dass Klimaaktivistin Greta Thunberg ihm den Titel der Person des Jahres vor der Nase weggeschnappt hat, gefällt dem US-Präsidenten gar nicht. Er nennt die Auszeichnung der 16-Jährigen "lächerlich" - und ätzt erneut gegen die Schwedin. Die trollt gewohnt sarkastisch zurück.

US-Präsident Donald Trump hat es gar nicht gefallen, dass Klimaaktivistin Greta Thunberg vom "Time"-Magazin zur Persönlichkeit des Jahres gekürt wurde. Auf Twitter bezeichnete er die Auszeichnung für die 16-Jährige als "lächerlich" - und attackierte sie scharf: "Greta muss an ihrem Problem mit ihrer Wutbewältigung arbeiten und dann mit einem Freund einen guten, altmodischen Film anschauen." Greta solle "chillen", also sich entspannen.

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Thunberg reagierte umgehend und wie gewohnt mit Ironie. In ihrem Twitter-Konto änderte sie ihre Profilbeschreibung in: "Eine Teenagerin, die an ihrem Problem mit der Wutbewältigung arbeitet. Sie chillt derzeit und schaut mit einem Freund einen guten, altmodischen Film." Damit konterte sie die Kritik des US-Präsidenten auf die gleiche Art und Weise wie bereits im September. "Sie wirkt wie ein sehr glückliches junges Mädchen, das sich auf eine strahlende und wunderbare Zukunft freut", hatte Trump damals nach Thunbergs emotionaler Rede vor der UN getwittert. Thunberg schrieb daraufhin in ihre Profilbeschreibung, dass sie "ein sehr glückliches junges Mädchen" sei, "das sich auf eine glänzende und wundervolle Zukunft freut".

Das "Time"-Magazin hatte die junge Klimaaktivistin am Mittwoch zur Persönlichkeit des Jahres 2019 erklärt. Der 16-Jährigen sei es gelungen, "Sorgen über den Planeten in eine weltweite Bewegung zu verwandeln, die einen globalen Wandel verlangt", hieß es zur Begründung.

Attacke aus gekränktem Stolz?

Thunberg wurde durch ihre Schulstreiks für den Klimaschutz weltweit bekannt und inspirierte Millionen junger Menschen zu den regelmäßigen Fridays-for-Future-Demonstrationen. Mit klaren und oft harten Worten wirft sie den Industriestaaten Untätigkeit im Kampf gegen die Erderwärmung vor - etwa in ihrer berühmt gewordenen "Wie könnt Ihr es wagen"-Rede beim New Yorker Klimagipfel im vergangenen September. Dafür wird die junge Aktivistin immer wieder angefeindet, auch von Staatschefs. So beschimpfte der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro Thunberg kürzlich als "Göre".

Dass der Klimaskeptiker Trump Thunberg wegen ihrer Auszeichnung nun erneut attackierte, hat womöglich auch mit gekränktem Stolz zu tun: Denn der US-Präsident hatte selbst in der Endauswahl für die Persönlichkeit des Jahres des "Time"-Magazins gestanden. 2016 war er bereits zur Person des Jahres gewählt worden.

Quelle: ntv.de, ftü/AFP