Nach neu aufgetauchtem VideoTrump bezeichnet erschossenen Pretti als "Unruhestifter"

ICE-Beamte erschießen bei einem Protest in Minneapolis den US-Bürger Alex Pretti. Die Bestürzung über den Vorfall ist international groß. Anschließend taucht ein Video auf, das den Intensivpfleger bei einem anderen Protest zeigt. US-Präsident Trump sieht Pretti deswegen "außer Kontrolle".
US-Präsident Donald Trump hat den in Minneapolis von Bundesbeamten erschossenen US-Bürger Alex Pretti nach dem Auftauchen eines neuen Videos als Aufwiegler bezeichnet. Auf seiner Onlineplattform Truth Social nannte er den Krankenpfleger einen "Unruhestifter und möglicherweise Aufständischen". Trump verwies auf ein Video, das Pretti Tage vor seinem Tod bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung mit Beamten der Einwanderungsbehörde zeigen soll. Prettis öffentliches Ansehen sei "stark gesunken", schrieb Trump.
Trump bezieht sich in seinem Post auf Aufnahmen des Portals "The News Movement". Das Video zeigt, wie ein Mann zunächst in Richtung eines Einsatzfahrzeugs spuckt und anschließend zweimal gegen einen wegfahrenden Behörden-SUV tritt, wobei ein Rücklicht herausbricht. Ein Beamter bringt den Mann schließlich zu Boden.
Die Familie bestätigte dem US-Sender CNN, dass es sich dabei um Pretti handelt. Unklar bleibt, was dem Vorfall vorausging. Nach Angaben des Portals wurde das Video am 13. Januar aufgenommen - elf Tage vor Prettis Tod durch Schüsse von Bundesbeamten.
Trump: "Wahnsinnig und außer Kontrolle"
Trump schrieb, Pretti habe einen "sehr ruhigen und beherrschten ICE-Beamten" angeschrien, ihm ins Gesicht gespuckt und dann heftig "gegen ein neues und sehr teures Regierungsfahrzeug" getreten, wobei ein Rücklicht zerbrochen sei. Dies sei ein deutlicher Ausdruck von Missbrauch und Wut, "für alle sichtbar, wahnsinnig und außer Kontrolle", schrieb Trump. Der Beamte blieb "ruhig und gelassen, was unter diesen Umständen nicht einfach war".
Pretti war am vergangenen Samstag bei einem Einsatz von Bundesbeamten in Minneapolis erschossen worden. Der Vorfall löste in der Stadt, landesweit und auch international Empörung sowie Proteste aus. Der Anwalt der Familie sagte CNN, nichts, was Tage zuvor geschehen sei, hätte die Tötung Prettis am 24. Januar rechtfertigen können.
Pettis Eltern werfen den Einsatzkräften vor, ihren Sohn ohne legitimen Grund erschossen zu haben. Die Regierung, die die Schüsse eines Beamten als Notwehr bezeichnet hatte, lüge, heißt es in einer Stellungnahme der Familie Prettis, die von mehreren US-Medien veröffentlicht wurde. Anders als behauptet habe der 37-jährige Krankenpfleger keine Bedrohung für die Beamten dargestellt, als er von den Einsatzkräften attackiert wurde.
Sicherheitskräfte des Bundes gehen im Bundesstaat Minnesota und vor allem in der Stadt Minneapolis seit Wochen teils rabiat gegen Migranten vor, um Menschen ohne gültigen Aufenthaltstitel festzunehmen und abzuschieben.