Politik

Desaströses Zeugnis für ZölleTrump bricht die eigene Basis weg

10.12.2025, 18:58 Uhr
President-Donald-Trump-looks-out-into-the-crowd-as-he-speaks-at-Mount-Airy-Casino-Resort-Tuesday-Dec-9-2025-in-Mount-Pocono-Pa
US-Präsident Donald Trump versucht die Wähler davon zu überzeugen, dass die Inflation nicht existiert. (Foto: AP)

Laut US-Präsident Trump läuft die US-Wirtschaft wie geschmiert, ist ein wahres Wunder mit sinkenden Preisen. Die Wähler sehen das anders. Bei seiner Zollpolitik bricht ihm sogar die eigene MAGA-Basis weg.

In einem aktuellen Interview sagt US-Präsident Donald Trump, er würde seiner Wirtschaft eine "A plus plus plus plus plus"-Bewertung geben. Am Dienstag las er bei einer Kundgebung eine Tabelle mit verschiedenen Produkten vor. "Unsere Preise sinken enorm", behauptete er im Bundesstaat Pennsylvania, die sogenannte Erschwinglichkeitskrise sei eine konstruierte Täuschung (ein "Hoax") der Demokraten. Doch daran zweifelt einer Umfrage zufolge sogar ein Teil seiner Anhänger.

Laut der Befragung von Politico/Public First sehen viele Wähler Trumps Versuche skeptisch, die US-Wirtschaft zu stärken. Was übliche Oppositionsmeinung ist, äußern auch Republikaner: Von den Trump-Wählern bei der Präsidentschaftswahl 2024 sagten 36 Prozent, dass Zölle der Wirtschaft zwar langfristig zugutekommen, ihr aber derzeit schaden. Ein für das Weiße Haus alarmierend geringer Anteil der eigenen Wähler, 22 Prozent, meinte in der im November durchgeführten Befragung, dass die Zölle sowohl aktuell als auch langfristig helfen würden.

Auch Befragte, die sich selbst als MAGA-Republikaner bezeichnen, also den harten Kern von Trumps Wählerschaft bilden, sind geteilter Meinung über die Zölle ihres Präsidenten: 27 Prozent sind der Ansicht, dass Zölle sowohl jetzt als auch langfristig die Wirtschaft ankurbeln, und 21 Prozent von ihnen meinten, dass Zölle sowohl kurz- als auch langfristig schädlich seien. Wenn es um Wirtschaftspolitik und Preise geht, bricht Trump also seine Basis weg. Er hat große Probleme, die US-Amerikaner davon zu überzeugen, dass Zölle ihnen helfen. Mehrere Wahlniederlagen im November führen Meinungsforscher auf die Erschwinglichkeitskrise zurück, also auf schwindende Kaufkraft der Wähler.

Unter Alltagsdruck

Fast die Hälfte der US-Amerikaner gab an, dass sie Probleme haben, ihre Alltagskosten zu bezahlen. Mehr als ein Viertel der Befragten sagte, sie seien in den vergangenen zwei Jahren nicht zum Arzt gegangen, weil sie es sich nicht leisten konnten. 23 Prozent fehlte das Geld für den Kauf verschriebener Medikamente. Auch der Arbeitsmarkt schwächelt. Solche Sorgen sind für die Wähler offenbar präsenter als erhoffte langfristige Effekte auf die US-Industrie. Im Umfrageschnitt sind aktuell 40,5 Prozent der US-Amerikaner mit der Wirtschaftspolitik einverstanden, 56,4 Prozent lehnen sie ab.

Für Trump sind Zölle viel mehr als Wirtschaftspolitik, mit der er nach eigener Aussage Unternehmen dazu anregen möchte, in den USA zu investieren und ihre Produktion in die Vereinigten Staaten zu verlegen. Zudem verwendet er die Zölle als Druckmittel und erzwingt damit international Zugeständnisse von anderen Ländern. Mit den Importsteuern, die auf die eine oder andere Weise von den Wählern bezahlt werden, nehmen die USA zusätzliches Geld für ihren Staatshaushalt ein. Sie haben trotzdem ein enormes Haushaltsdefizit und steuern auf eine mögliche Schuldenkrise zu.

Quelle: ntv.de, rpe

Donald TrumpZölleInflationRepublikaner