Politik

Ermittlungen in Russland-Affäre Trump dementiert und greift Ex-FBI-Chef an

Nachdem US-Präsident Trump in der Russland-Affäre durch Aussagen seines Ex-Topberaters Flynn wieder stärker in den Fokus rückt, attackiert er Ex-FBI-Chef Comey scharf: Er habe dafür gesorgt, dass die "Reputation des FBI ramponiert" sei.

Nach immer neuen Schlagzeilen um die Ermittlungen in der Russland-Affäre hat US-Präsident Donald Trump das FBI und insbesondere dessen früheren Chef James Comey scharf angegriffen. "Nach Jahren von Comey als Leiter, mit der vorgetäuschten und unehrlichen Clinton-Untersuchung (und mehr), ist die Reputation des FBI ramponiert - so schlimm wie nie in der Geschichte!", schrieb Trump auf Twitter. "Aber habt keine Angst, wir werden es wieder großartig machen."

Mit der Clinton-Untersuchung bezog sich Trump auf Comeys Ermittlungen in der E-Mail-Affäre um Ex-Außenministerin Hillary Clinton, die aber nicht zu einer Anklage geführt hatten.

Zuvor waren neue Spekulationen um mögliche Versuche Trumps aufgekommen, FBI-Ermittlungen gegen seinen Ex-Topberater Michael Flynn in der Russland-Affäre zu stoppen. Einen entsprechenden Vorstoß soll er bei einem Treffen mit Comey unternommen haben, wie der frühere FBI-Chef selber in einer Kongressanhörung aussagte.

"Fake news" und "Comey-Lüge"?

Trump, der Comey im Mai gefeuert hatte, wies die Darstellung erneut als Lüge zurück: "Ich habe Comey nie gebeten, die Ermittlungen gegen Flynn zu stoppen", so Trump. "Einfach mehr 'fake news', die eine weitere Comey-Lüge kaschieren sollen."

Am Freitag hatte sich Flynn vor Gericht schuldig bekannt, über seine Russland-Kontakte nicht die Wahrheit gesagt zu haben. Trumps Ex-Berater hatte über den Inhalt von Telefonaten gelogen, die er mit dem russischen Botschafter kurz vor dem Regierungswechsel geführt hatte. Sonderermittler Robert Mueller hatte Flynn zuvor formal beschuldigt. Flynn erklärte seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Mueller.

Trump betonte nach dem Geständnis Flynns, dieses erhärte keineswegs den Vorwurf geheimer Absprachen seines Wahlkampfteams mit Russland. Flynn habe lediglich zugegeben, gegenüber Ermittlern gelogen zu haben - seine Aktivitäten seien ansonsten aber "rechtmäßig" gewesen, twitterte der Präsident.

Quelle: ntv.de, bad/AF/dpa