Politik

"Das offizielle Ende des Iran" Trump droht Iran mit der Auslöschung

Die Zeichen zwischen den USA und dem Iran stehen auf Krieg. Nachdem er in den vergangenen Wochen bereits die Verlagerung militärischen Geschützes in die Golfregion veranlasst hat, nimmt US-Präsident Donald Trump nun kein Blatt mehr vor den Mund.

US-Präsident Donald Trump hat gegenüber dem Iran eine offene Kriegsdrohung ausgesprochen. "Wenn der Iran kämpfen will, wird dies das offizielle Ende des Iran sein", schrieb Trump unter Vernachlässigung jeglichen diplomatischen Protokolls auf Twitter. "Bedroht nie wieder die USA", fügte er hinzu. Kurz darauf wies Trump auf sein für den Abend erwartetes Interview auf Fox News hin, das vom Journalisten Steve Hilton geführt wird. "Enjoy", schrieb der US-Präsident dazu seinen Followern auf Twitter. Es wird erwartet, dass Trump in dem Interview auch auf die Vorwürfe gegen den Iran sowie auf die militärischen Spannungen zwischen den beiden Staaten eingehen wird.

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Angesichts der Bedrohung gab sich der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Hussein Salami, kämpferisch. Zwar wollten der Iran und seine Revolutionsgarden keinen Krieg, betonte Salami. Allerdings fürchteten sie sich auch nicht davor, fügte er hinzu. Die US-Truppen hätten anders als die Revolutionsgarden Angst vor dem Tod, und ein solcher Gegner sei "leicht zu besiegen". Die Revolutionsgarden behaupten, ihre Truppen hätten keine Angst vor dem Tod, weil sie als Muslime an den Märtyrertod glaubten, der ihnen einen Platz im Paradies sichern soll.

Verhandlungen mit Trump "wie ein Gift"

Unter Verweis auf eine nicht näher begründete "unmittelbare Bedrohung" durch den Iran verlegte die US-Regierung seit Anfang Mai einen Flugzeugträger, eine Bomberstaffel und eine Luftabwehrbatterie in die Golfregion. Zudem verschärfte sie die gegen den Iran verhängten Sanktionen.

Dennoch betonte Trump mehrfach, dass er mit dem Iran verhandeln wolle. Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei, schloss Gespräche aber in der vergangenen Woche aus. Verhandlungen mit Trump und Washington seien "wie ein Gift", sagte Chamenei, der Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist und das letzte Wort in allen strategischen Belangen hat. Medienberichten zufolge soll Trump bei einer Sitzung im Weißen Haus am vergangenen Mittwoch seinem geschäftsführenden Verteidigungsminister Patrick Shanahan gesagt haben, dass er keinen Krieg mit dem Iran wolle. Seine scharfen Drohungen an die Adresse Teherans erinnern an den rhetorischen Schlagabtausch, den er sich mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un geliefert hatte. Dem isolierten Land drohte der Republikaner unter anderem im September 2017 damit, es "vollständig zu zerstören".

Saudi-Arabien beruft Krisensitzung ein

Saudi-Arabien setzte unterdessen angesichts der Spannungen in der Golfregion ein Krisentreffen für Ende Mai an. König Salman rief die Führer des Golf-Kooperationsrats (GCC) und der Arabischen Liga dazu auf, über die "Aggressionen und ihre Auswirkungen auf die Region" zu diskutieren. Das Krisentreffen der Führer aus fast zwei Dutzend Staaten soll am 30. Mai in Mekka stattfinden. Der Arabischen Liga gehören mehr als 20 Staaten an. Der schiitische Iran, den das sunnitische Königreich Saudi-Arabien als Erzfeind betrachtet, ist nicht Mitglied. Auch im kleineren GCC ist Teheran nicht vertreten.

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Der Iran hatte vor einer Woche angekündigt, sich nicht mehr an einzelne Vereinbarungen aus dem Atomabkommen aus dem Jahr 2016 halten zu wollen. Die USA waren bereits vor einem Jahr aus dem mühsam ausgehandelten Abkommen ausgestiegen. Seitdem setzen sie den Iran verstärkt politisch sowie ökonomisch unter Druck. Die Vertragspartner Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China wollen zwar an dem Abkommen festhalten. Doch haben sie nicht verhindern können, dass sich die meisten ihrer Unternehmen aus Angst vor den US-Sanktionen aus dem Iran zurückgezogen haben.

Die iranische Wirtschaft befindet sich daher seit vergangenem Jahr in einer tiefen Krise. Insbesondere das Ölgeschäft ist beeinträchtigt. In der vergangenen Woche meldeten die US-Partner Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate Sabotageakte und Angriffe auf eine Ölpipeline und Tankschiffe. Die USA vermuten dahinter den Iran.

Quelle: n-tv.de, lou/dpa

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