Politik

Angriffe in der Nacht abgesagtTrump droht mit Einnahme von Insel Charg und Kontrolle über Irans Öl

11.06.2026, 15:49 Uhr
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Satellitenaufnahmen der Insel Charg, die für den iranischen Ölexport zentral ist. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Trump macht Druck auf den Iran. Der US-Präsident nimmt Teherans Ölmarkt ins Visier und will "in nicht zu ferner Zukunft" die Ölinsel Charg einnehmen. Für die Nacht kündigt er schwere Angriffe an, die er jedoch wieder absagt. Als Grund nennt er Fortschritte bei den Verhandlungen.

Präsident Donald Trump hat die erst kurz zuvor angekündigten erneuten Angriffe auf den Iran wieder abgesagt. Grund sei die Tatsache, "dass die Gespräche mit der Islamischen Republik Iran auf die höchste Ebene der iranischen Führung getragen und dort gebilligt wurden", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Die Gespräche und die endgültigen Punkte seien in ihrer Grundausrichtung und im Detail von allen beteiligten Parteien gebilligt worden, darunter die USA, Israel, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, die Türkei, Pakistan, Bahrain, Kuwait, Jordanien, Ägypten und andere Länder. "Die Seeblockade bleibt bis zum Abschluss dieser Transaktion in vollem Umfang in Kraft – Zeitpunkt und Ort der Unterzeichnung werden in Kürze bekannt gegeben", schrieb Trump.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump dem Iran mit neuen Angriffen gedroht - auch auf die Ölinsel Charg. Die USA würden den Iran am Donnerstagabend "sehr heftig" angreifen, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. "In nicht zu ferner Zukunft" würden die US-Streitkräfte zudem die strategisch wichtige "Insel Charg und andere Ölinfrastruktur-Orte einnehmen", fügte er hinzu.

Nach Einschätzung von verschiedenen Militärexperten würde eine Einnahme von Charg Bodentruppen erfordern. Einen solchen riskanten Einsatz hatte Trump bisher nicht befohlen. Die USA führen nach Angaben von Präsident Donald Trump allerdings auch weiterhin Gespräche mit dem Iran. "Sie verhandeln mit uns über ein Abkommen, aber sie sind stolz", sagte Trump in einem Interview des US-Senders Fox News.

Auf der Insel Charg im Persischen Golf befindet sich Irans wichtigster Ölhafen. Dort wird fast der gesamte Ölexport der Islamischen Republik umgeschlagen. Sie ist daher von strategisch großer Bedeutung. Ende März hatte Trump gedroht, Charg zu "vernichten", sollte der Iran die Straße von Hormus nicht wieder für den Schiffsverkehr freigeben.

Bereits Mitte März hatte Trump erklärt, die US-Luftwaffe habe militärische Ziele auf der Insel angegriffen und "vollständig ausradiert". Der Iran bestätigte dies nicht. Nach Angaben der örtlichen Behörden lief der Exportbetrieb uneingeschränkt weiter.

In den vergangenen Tagen war es angesichts stockender Verhandlungen erneut zu Angriffen zwischen den USA und dem Iran gekommen. Das US-Militär griff Ziele im Iran an, Teheran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in Bahrain, Jordanien und Kuwait. Das iranische Außenministerium nannte die im April vereinbarte Feuerpause danach "praktisch bedeutungslos".

Quelle: ntv.de, toh/AFP

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