Meerenge unter BeschussIran erklärt Straße von Hormus für "komplett geschlossen"

Das US-Militär beschießt erneut Schiffe in der Straße von Hormus. Die iranische Führung will die Meerenge nun vollständig blockieren - doch aus den USA kommt Widerspruch. Unterdessen meldet ein Land den Tod dreier Seeleute.
Die iranischen Revolutionsgarden haben die Straße von Hormus nach eigenen Angaben "komplett geschlossen". Dies sei eine Reaktion auf die neuen Angriffe des US-Militärs. Die für den weltweiten Schiffsverkehr wichtige Wasserstraße sei "komplett und für alle Schiffstypen geschlossen". Jedes Schiff, das die Straße von Hormus zu passieren versuche, werde angegriffen, hieß es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der iranischen Militärführung. Zwei Schiffe sollen laut Rundfunk beschossen worden sein.
Es folgten gegenseitige Dementis. Das US-Regionalkommando Centcom schrieb auf X: "Handelsschiffe fahren weiterhin heute Nacht in die Straße von Hormus ein und heraus." Irans Staatsmedien nannten diese Behauptung wiederum falsch.
Unterdessen meldeten die Behörden neue Todesfälle: Nach dem Beschuss eines Tankers im Golf von Oman durch das US-Militär wurden nach Angaben Indiens drei zunächst vermisste indische Besatzungsmitglieder tot aufgefunden. Ihre Leichen seien entdeckt und identifiziert worden, schrieb der indische Schifffahrtsminister Sarbananda Sonowal auf X.
Das US-Militär hatte nach eigenen Angaben am Mittwoch das unter der Flagge des pazifischen Inselstaats Palau fahrende Schiff "Settebello" beschossen. Es soll versucht haben, iranisches Öl zu transportieren. Die Besatzung habe sich den Anweisungen der Streitkräfte widersetzt, hieß es.
Indien verurteilt US-Angriff
Nach Angaben des Außenministeriums in Neu-Delhi konnten 21 indische Besatzungsmitglieder gerettet werden. Das Ministerium hatte den Angriff verurteilt. Laut Berichten indischer Medien hatte das Außenministerium aus Protest den stellvertretenden Botschafter der USA in Neu-Delhi einbestellt.
Das Portal "Mehr" berichtete zudem unter Berufung auf offizielle Stellen, dass in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) in der Straße von Hormus ein Boot von einem Geschoss der USA getroffen worden sei. Das Boot sei mit Grundnahrungsmitteln beladen gewesen. Die Besatzung sei gerettet worden.
Die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) meldete unter Berufung auf lokale Behörden wiederum einen Brand auf einem weiteren Tanker. Im Maschinenraum sei ein Feuer ausgebrochen, hieß es. Ob der Brand durch einen Angriff verursacht wurde, ist bisher unklar. Die Behörden ermittelten weiter.
Gegenseitige Blockade
Seit Beginn des Krieges am 28. Februar ist die Straße von Hormus faktisch blockiert. Der Iran hatte den Verkehr in der Meerenge durch Drohungen und Angriffe auf Schiffe weitgehend zum Erliegen gebracht. Mehreren Schiffen gelang jedoch eine Durchfahrt. Das US-Militär habe zuletzt Öltanker und andere Handelsschiffe in einer "geheimen Mission" dabei unterstützt, die Straße von Hormus zu durchqueren, schrieb US-Präsident Donald Trump kürzlich auf Truth Social, ohne genauere Angaben zu machen.
Die USA verhängten am 13. April wiederum eine Blockade gegen Schiffe mit Verbindungen zum Iran. Damit sollte das Land, das wirtschaftlich auf Ölhandel setzt, geschwächt werden. Seitdem wurden nach US-Angaben insgesamt 8 Schiffe manövrierunfähig gemacht und mehr als 100 weitere abgedrängt. Die drei gemeldeten Todesfälle im Golf von Oman sind die ersten seit Beginn der US-Blockade.