Politik

Stippvisite bei UN-Konferenz Trump kümmert sich kurz ums Klima

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Stattete dem Klimagipfel einen kurzen Besuch ab: Donald Trump.

(Foto: REUTERS)

Eigentlich wollte er gar nicht vorbeikommen, doch dann rafft sich US-Präsident Trump doch für einen kurzen Besuch beim New Yorker Klimagipfel der Vereinten Nationen auf. Seine Präsenz bringt ihm prompt den giftigen Kommentar eines politischen Weggefährten ein.

Der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg hat beim Klimagipfel der Vereinten Nationen dem überraschend aufgetauchten US-Präsidenten Donald Trump einen Seitenhieb verpasst. "Danke, dass Sie hier sind, Präsident Trump", sagte Bloomberg in New York. "Hoffentlich werden unsere Diskussionen hier hilfreich sein, wenn Sie Ihre Klimapolitik formulieren."

Trump war entgegen seiner ursprünglichen Planungen doch auf dem UN-Klimagipfel in New York aufgetaucht - er war allerdings nur für sehr kurze Zeit geblieben und hatte den Saal schon wieder verlassen, als der jetzige Klima-Aktivist Bloomberg sprach. Trump hatte parallel zum Klimagipfel zu einer eigenen Veranstaltung im UN-Hauptquartier eingeladen. Dabei ging es um den Schutz von Religionsfreiheit. Der parallele Zeitplan löste Irritationen aus und wurde als Zeichen von Trumps Desinteresse und Geringschätzung für Anstrengungen gegen die Klimakrise gewertet.

Auf Trumps offiziellen Programm stand der Klimagipfel nicht. Trump hat sich mehrfach skeptisch dazu geäußert, ob es den Klimawandel überhaupt gibt und falls ja, ob er vom Menschen verursacht ist. Obwohl die USA einer der größten Verursacher von Treibhausgasen weltweit sind, hat sich Trump aus dem internationalen Pariser Klimaschutzabkommen zurückgezogen.

Ein offizielles Treffen mit Klimaaktivistin Greta Thunberg, die auf Konferenz eine emotionale Rede hielt, gab es nicht. Doch ein kurzer und ungeplanter gemeinsamer Moment der beiden sorgte in den sozialen Medien für Wirbel. Verbreitete Videosequenzen zeigen, wie Trump mit seiner Delegation hinter den Kulissen des Klimagipfels durch einen Gang des Hauptquartiers der Vereinten Nationen läuft. Thunberg steht wenige Meter entfernt im selben Gang. Trump nimmt keine Notiz von der 16 Jahre alten Schwedin, während sie ihm mit ernster Miene hinterher schaut. Die Videos wurden im Internet massenhaft verbreitet und kommentiert.

Religionsfreiheit hat für Trump Priorität

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Auf seiner parallel stattfindenden Veranstaltung zum Thema Religionsfreiheit richtete Trump schließlich einen Appell an die UN-Staaten: "Die Vereinigten Staaten von Amerika appellieren an die Nationen der Welt, religiöse Verfolgung zu beenden." Angriffe auf Gläubige müssten ein Ende haben, Menschen freigelassen werden, die wegen ihres Glaubens inhaftiert seien. In vielen Teilen der Welt werde die Religionsfreiheit bedroht, beschränkt oder ganz unterdrückt. Jeden Tag würden elf Christen wegen ihres Glaubens getötet, sagte Trump und verwies auch auf große Anschläge auf Synagogen und Moscheen in den vergangenen Monaten.

Trump sagte, der Schutz der Religionsfreiheit sei für ihn eine Priorität. Er rief andere Staaten auf, auch die Strafverfolgung bei Angriffen gegen Gläubige zu verschärfen. "Es gibt kein schlimmeres Verbrechen als das." Nach einem rechtsradikal motivierten Angriff auf eine Synagoge in Pittsburgh in den USA im vergangenen Jahr hatte Trump einmal mehr für eine häufigere Verhängung der Todesstrafe - und für deren Vollstreckung - in solchen Fällen geworben. US-Vizepräsident Mike Pence prangerte bei der Veranstaltung die Beschränkung der Religionsfreiheit im Iran, China und Venezuela an.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

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