Politik

"Nato wird damit glücklich sein"Trump kündigt für Grönland eine Lösung an

21.01.2026, 03:49 Uhr
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US-Präsident Trump verlässt das Weiße Haus, um nach Davos zu fliegen. (Foto: AP)

Mit seinem Besitzstreben setzt der US-Präsident das Thema Grönland auf die globale Agenda. Vor dem Abflug zum Weltwirtschaftsgipfel in Davos schlägt Trump versöhnlichere Töne an. Man werde eine Lösung finden, mit der alle zufrieden sein könnten.

Im Konflikt um Grönland hat sich US-Präsident Donald Trump zuversichtlich geäußert, dass eine Einigung mit Nato-Partnern möglich ist. Er denke, man werde eine Lösung finden, mit der die Nato und die USA "sehr glücklich" sein werden, sagte Trump wenige Stunden vor seinem Aufbruch zum Weltwirtschaftsforum nach Davos in der Schweiz. Gleichzeitig bekräftigte er seine bekannte Position, dass die USA Grönland aus Sicherheitsgründen bräuchten.

Auf die Frage, wie weit er gehen würde, um die Insel in den Besitz der USA zu bringen, sagte Trump: "Das werden Sie sehen." Angesprochen darauf, dass die Grönländer nicht zu den USA gehören wollten, sagte Trump, wenn er mit ihnen spreche, würden sie sicher begeistert sein. Trump sprach in Zusammenhang mit seiner Reise nach Davos auch davon, dass die USA viele Treffen zu Grönland geplant hätten. Er hatte im Grönland-Konflikt zwischen den USA und Europa bereits zuvor ein Treffen der beteiligten Parteien in Davos angekündigt. Wer konkret daran teilnehmen wird, ließ der Republikaner offen.

Trump hatte zuletzt keinen Zweifel daran gelassen, das zu Dänemark gehörende Grönland mit allen Mitteln in seinen Besitz bringen zu wollen. Als Reaktion auf die Solidarität europäischer Nato-Länder mit Dänemark und Grönland hatte er angekündigt, ab dem 1. Februar Strafzölle zu verhängen, um den Widerstand gegen einen Verkauf der Arktisinsel an die USA zu brechen.

Von der Leyen: Seismischer Wandel

Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen wies erneut den Wunsch Trumps nach einer Einverleibung Grönlands zurück. In Davos versuchten europäische Spitzenpolitiker, Geschlossenheit zu demonstrieren. Die EU dürfe sich nicht dem "Gesetz des Stärkeren" beugen, sagte der französische Präsident Emmanuel Macron. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einem "seismischen Wandel", der eine neue Form der europäischen Unabhängigkeit erfordere.

Russland nutzte den Konflikt unterdessen, um Zweifel an der dänischen Souveränität über die Insel zu säen. Außenminister Sergej Lawrow erklärte, Grönland sei kein natürlicher Teil Dänemarks, bestritt aber eigene Ambitionen Moskaus. An den Finanzmärkten sorgte die geopolitische Unsicherheit für Nervosität. Die US-Börsen schlossen am Dienstag deutlich im Minus. Der Goldpreis kletterte als sicherer Hafen auf ein neues Rekordhoch von 4700 Dollar je Feinunze.

Quelle: ntv.de, mau/dpa/rts

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