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Akustikattacken auf Diplomaten Trump macht Havanna verantwortlich

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Die US-Botschaft in Havanna.

(Foto: picture alliance / Desmond Boyla)

Rätselhafte Erkrankungen von US-Diplomaten auf Kuba belasten die Beziehungen beider Länder. Dennoch vermeiden es die USA, einen Schuldigen zu benennen - bis jetzt.

US-Präsident Donald Trump hat erstmals direkt Kuba für die mysteriösen Erkrankungen von US-Diplomaten verantwortlich gemacht. "Es ist eine sehr ungewöhnliche Attacke, wie Sie wissen. Und ich glaube, Kuba ist verantwortlich", sagte Trump im Garten des Weißen Hauses bei einer Pressekonferenz. Die US-Regierung hatte es bisher vermieden, die kubanische Regierung direkt mit den Angriffen in Verbindung zu bringen.  

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In der kubanischen Hauptstadt Havanna waren seit November 2016 22 US-Diplomaten an rätselhaften Ohrenleiden erkrankt. Einige Betroffene haben nach Angaben des US-Außenministeriums dauerhaft ihr Gehör verloren. Andere Symptome seien Tinnitus, Kopfschmerzen und Schlafstörungen gewesen. Die genaue Ursache der Attacken konnte bislang nicht bestimmt werden.

Als Reaktion auf die Vorfälle verwiesen die USA Anfang Oktober 15 kubanische Diplomaten aus. Havanna habe es versäumt, den Schutz der US-Diplomaten auf Kuba zu gewährleisten, begründete US-Außenminister Rex Tillerson den Schritt. Zuvor hatte sein Ministerium bereits mehr als die Hälfte der Botschaftsmitarbeiter aus Kuba abgezogen. Außerdem sprach das State Department eine Reisewarnung aus.

Die kubanische Regierung bestreitet jede Verwicklung in die Angriffe. Medienberichten zufolge untersuchen US-Ermittler auch, ob ein dritter Staat dahinter stecken könnte, um die Beziehungen beider Länder zu belasten. Unter dem früheren US-Präsidenten Barack Obama hatten sich beide Nationen nach jahrzehntelanger Eiszeit wieder angenähert. Trump leitete allerdings im Juni eine Abkehr der Obama-Politik ein, indem er unter anderem eingeführte Lockerungen bei den Reise- und Handelsbeschränkungen mit dem kommunistischen Inselstaat zurücknahm.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa

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