Politik

Treffen mit Corbyn abgelehnt Trump nennt Labour-Chef "negative Kraft"

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Trump ist auf einem dreitägigen Staatsbesuch in London.

(Foto: REUTERS)

Bei einer Pressekonferenz greift Trump den britischen Oppositionsführer Corbyn an. Er habe ein Treffen mit seinem Kritiker abgelehnt, erklärt der US-Präsident. Die Anti-Trump-Proteste tut er erneut als "Fake News" ab.

US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben ein Treffen mit dem Chef der britischen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, abgelehnt. Er nannte den Oppositionsführer in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Premierministerin Theresa May eine "negative Kraft". Zu seiner Ablehnung sagte Trump: "Ich mag Kritiker nicht so sehr, wie ich Menschen respektiere, die Dinge erledigen."

Trump ist auf einem dreitägigen Staatsbesuch in London. Corbyn hatte eine Einladung zu einem Staatsbankett am Montag im Buckingham-Palast aus Protest gegen Trump ausgeschlagen. Nun legte er in einer Rede vor Anti-Trump-Demonstranten seine politischen Positionen dar - bei vielen Themen wie Einwanderung und Klimaschutz nahm er eine gegenteilige Position zu Trump ein.

Vor allem warnte er vor einer Privatisierung des nationalen britischen Gesundheitsdienstes NHS im Zuge eines Handelsabkommens mit den USA. "Wir werden bis zum letzten Atemzug für das Prinzip eines Gesundheitssystems kämpfen, das als Menschenrecht für jedermann offen steht, der es benötigt", rief Corbyn der jubelnden Menge zu.

Statt mit Corbyn vereinbarte Trump nun kurzfristig ein Gespräch mit Umweltminister Michael Gove, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete. Gove habe zugesagt, zitierte PA eine nicht näher genannte Quelle. Der Umweltminister gilt neben dem Ex-Außenminister Boris Johnson als aussichtsreicher Nachfolger für May. Mit Johnson habe er bereits ein "freundliches und produktives" Telefonat geführt, so PA. Ein persönliches Treffen sei wegen Terminverpflichtungen des Briten allerdings nicht zustande gekommen.

Trump: Nur "sehr kleine" Demonstration

Trump hatte kürzlich in einem Interview seine Sympathie für Johnson kundgetan und notfalls einen ungeregelten EU-Ausstieg empfohlen. Damit verstieß er gegen grundlegende diplomatische Konventionen und sorgte bei seinem Staatsbesuch in Großbritannien für Irritationen.

In der Pressekonferenz tat Trump die Berichte über die Großdemonstrationen gegen ihn anlässlich seines Staatsbesuchs in Großbritannien erneut als "Fake News" ab. Tatsächlich handele es sich um "sehr kleine" Demonstrationen, so der Präsident. Bereits am Montag hatte er getwittert, es habe lediglich "riesige Menschenmengen" von Leuten gegeben, die die USA lieben. Er habe noch keine Demonstranten gesehen, sei sich aber sicher, dass die Fake Medien hart daran arbeiten würden, welche zu finden.

Im Zentrum der britischen Hauptstadt protestierten am zweiten Tag von Trumps Staatsbesuch Zehntausende Menschen gegen die Klima-, Einwanderungs- und Abtreibungspolitik des US-Präsidenten. Vor dem Parlament ließen Aktivisten wie schon beim Trump-Besuch vor einem Jahr einen riesigen Ballon in Form eines Trump-Babys mit Windeln aufsteigen.

Quelle: ntv.de, lri/dpa