Politik

Stabil oder instabil? Trump nennt sich selbst "Genie"

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Eine Buchhandlung am Freitag in New York. In einigen Läden war der Titel rasch ausverkauft.

(Foto: REUTERS)

Das Buch "Fire and Fury" des amerikanischen Journalisten Michael Wolff hat Donald Trump wütend gemacht. Es stellt den US-Präsidenten als psychisch labilen Trottel dar. Er selbst hält sich aber für "ein sehr stabiles Genie".

Mit einer Reihe von Tweets ist US-Präsident Donald Trump der Annahme entgegengetreten, er sei psychisch und intellektuell nicht in der Lage, sein Amt zu führen. Die "Fake-News-Mainstream-Medien" würden jetzt, wie schon damals bei Präsident Ronald Reagan, seine geistige Stabilität und Intelligenz in Zweifel ziehen, twitterte er am Samstagmorgen um 7.19 Uhr Ostküstenzeit.

Acht Minuten später fuhr er fort, tatsächlich seien seine zwei größten Stärken sein ganzes Leben lang "geistige Stabilität" gewesen und "wirklich klug" zu sein. Schon seine Konkurrentin Hillary Clinton habe im Präsidentschaftswahlkampf diese Karten gespielt, "und, wie jeder weiß, ging sie in Flammen auf", schrieb der Präsident. Trump nannte die Demokratin in seinem Tweet wie üblich "Crooked Hillary Clinton", die betrügerische Hillary Clinton.

Er selbst sei ein "SEHR erfolgreicher Geschäftsmann" gewesen, dann ein "Top-TV-Star" und schließlich, wie er um 7.30 Uhr in einem dritten Tweet verkündete, Präsident der Vereinigten Staaten geworden - "bei meinem ersten Versuch", fügte er in Klammern hinzu. "Ich glaube, das zeigt, dass ich nicht nur klug bin, sondern ein Genie …. und ein sehr stabiles Genie noch dazu!"

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Hintergrund der Twitter-Kanonade ist das Buch "Fire and Fury" (zu Deutsch: Feuer und Wut) des amerikanischen Journalisten Michael Wolff, das in den USA die Debatte über Trumps Geisteszustand neu entfacht hat. Wolff beschreibt darin in mehreren Anekdoten und mit vielen - oft anonymen - Zitaten einen Präsidenten, der hochgradig ungebildet, absolut lernunwillig und extrem selbstverliebt ist. Von seinem engsten Umfeld werde er für einen Trottel gehalten.

Wolffs Buch hatte bereits politische Konsequenzen: Weil er seinen früheren Berater Steve Bannon darin mit abfälligen Worten über den Präsidenten zitiert, hat Trump offiziell mit Bannon gebrochen. Auch für Bannon hat Trump in seinen Tweets jetzt ein Schimpfwort erfunden - er nennt ihn "Sloppy Steve", den schlampigen Steve. Bannon war 2016 Trumps Wahlkampfleiter und Vordenker, dann bis zu seiner Entlassung im August 2017 Chefstratege im Weißen Haus.

Wolff glaubt sogar, sein Buch werde Trumps Präsidentschaft beenden. "Ich denke, eine der interessanten Auswirkungen des Buches bislang ist ein sehr deutlicher 'der Kaiser hat keine Kleider'-Effekt", sagte er dem britischen Radiosender BBC 4. Die Verbreitung dieser Einsicht werde "diese Präsidentschaft beenden".

Das Buch erschien am Freitag und ist Berichten zufolge sowohl bei Online-Händlern wie Amazon als auch in zahlreichen stationären Buchhandlungen in den USA bereits ausverkauft.

Quelle: n-tv.de, hvo

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