Politik
Steve Bannon.
Steve Bannon.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 03. Januar 2018

Ex-Berater spricht von Verrat: Bannon attackiert Trump Junior

Donald Trumps ehemaliger Chefstratege und Wahlkampfleiter Stephen Bannon erhebt schwere Vorwürfe gegenden ältesten Präsidentensohn. Dessen Treffen mit einer russischen Anwältin sei "Verrat, unpatriotisch und übler Mist." Der Präsident keilt zurück.

Der frühere Chefstratege im Weißen Haus, Steve Bannon, hat den ältesten Sohn von US-Präsident Donald Trump wegen eines Treffens mit einer russischen Anwältin mitten im Präsidentschaftswahlkampf scharf attackiert. Die Begegnung im New Yorker Trump Tower im Juni 2016, an der auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und der damalige Wahlkampfleiter Paul Manafort teilnahmen, sei "verräterisch" und "unpatriotisch" gewesen, wird Bannon zitiert.

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Bannons Äußerungen stammen aus dem Buch "Fire and Fury: Inside the Trump White House" von Michael Wolff, das kommende Woche erscheint und auf angeblich 200 Interviews basierend über Trumps Weißes Haus berichtet. Bannon hatte die Machtzentrale im August 2017 verlassen, gilt aber seither eigentlich als Trump-nah.

"Die drei wichtigsten Vertreter der Kampagne dachten, dass es eine gute Idee sei, eine ausländische Regierung im Konferenzraum in der 25. Etage des Trump Towers zu treffen - ohne Anwälte", sagte Bannon. "Selbst wenn man davon ausgeht, dass dies nicht verräterisch oder unpatriotisch oder eine Dummheit war - und ich denke zufällig, dass es all dies ist - hätte man sofort das FBI rufen müssen."

Trumps ältester Sohn hatte im Juli vergangenen Jahres zugegeben, sich mit der russischen Anwältin getroffen zu haben. Von ihr hatte er sich heikle Informationen über die damalige Gegenkandidatin seines Vaters versprochen, die Demokratin Hillary Clinton. Mit im Raum waren auch Trumps Berater und Schwiegersohn Jared Kushner sowie der damaliger Wahlkampfchef Paul Manafort. Donald Junior hatte auf das Angebot, sensible Informationen über Clinton zu erhalten, geantwortet: "Wenn es das ist, was Sie sagen, liebe ich es."

Das Weiße Haus reagierte scharf auf die Äußerungen Bannons. "Als ich ihn gefeuert habe, hat er nicht nur seinen Job verloren, sondern auch seinen Verstand", wird Trump in dem offiziellen Statement zitiert.

"Es dreht sich alles um Geldwäsche"

Der Präsident steht wegen mutmaßlich illegaler Russland-Kontakte seines Wahlkampfteams unter Druck. Mit der Affäre befasst sich unter anderem der vom Justizministerium eingesetzte Sonderermittler Robert Mueller. Die Ermittlungen führten bereits zu einer Anklage gegen Trumps zeitweiligen Wahlkampfleiter Manafort. Ihm wird Geldwäsche im Zusammenhang mit seiner Lobbyistentätigkeit für pro-russische Kräfte in der Ukraine vorgeworfen.

Nach Einschätzung Bannons, der im August 2016 für Trumps Wahlkampf verpflichtet wurde und ein Jahr später das Weiße Haus verlassen musste, stehen illegale Finanzgeschäfte im Zentrum von Muellers Ermittlungen. "Es dreht sich alles um Geldwäsche", wird er in dem Buch zitiert. Auch die Millionen-Kredite der Deutschen Bank für Trumps Schwiegersohn Kushner seien Teil der Ermittlungen. Dessen Finanzgeschäfte bezeichnete Bannon als "schmierig". Muellers Team werde versuchen, Trump über seinen Sohn, Manafort und Kushner zu Leibe zu rücken. "Sie werden Don Jr. im landesweiten Fernsehen knacken wie ein Ei."

Quelle: n-tv.de