Politik

Neuverteilung in Ostafrika Trump ordnet Truppenabzug aus Somalia an

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In Somalia sind derzeit vor allem Sondereinheiten zur Terrorismusbekämpfung im Einsatz. Die meisten sollen auf Nachbarländer verteilt werden.

(Foto: AP)

In den letzten Wochen seiner Amtszeit versucht US-Präsident Trump, eines seiner zentralen Wahlversprechen umzusetzen: Tausende US-Soldaten sollen von ihren Auslandseinsätzen in die USA zurückkehren. Jetzt folgt ein weitreichender Abzugsbefehl für Somalia. Nach Hause kommen die meisten dort stationierten Einsatzkräfte aber nicht.

Der abgewählte US-Präsident Donald Trump hat den Abzug von nahezu allen US-Truppen aus Somalia befohlen. Bis Anfang 2021 solle ein Großteil der dort stationierten Soldatinnen und Soldaten das ostafrikanische Land verlassen, teilte das Pentagon mit. Zahlen zur aktuellen und künftigen Truppenstärke nannte das Verteidigungsministerium nicht. Nach Angaben von US-Medien sind derzeit um die 700 US-Soldaten in Somalia stationiert.

Die USA unterstützen dort bislang die somalische Regierung und die dortigen Sicherheitskräfte im Kampf gegen die sunnitische Terrorgruppe Al-Shabaab. Die Gruppe kämpft seit Jahren in dem Land am Horn von Afrika um die Vorherrschaft und kontrolliert weite Teile im Zentrum und Süden. Einige Soldatinnen und Soldaten könnten im Zuge der Entscheidung zwar in Länder außerhalb von Ostafrika verlegt werden, erklärte das Pentagon. Die übrigen sollen jedoch künftig in Nachbarländern Somalias stationiert sein, um den Druck auf gewalttätige extremistische Organisationen aufrechtzuerhalten. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge sollen Soldaten von Somalia nach Kenia und Dschibuti verlegt werden. "Die USA werden weiterhin in der Lage sein, gezielte Anti-Terror-Einsätze in Somalia durchzuführen", erklärte das Pentagon. Zudem könnten weiterhin Hinweise auf Bedrohungen der USA gesammelt werden.

Fünf Tage später wird Biden Präsident

Trump ordnet in den letzten Wochen seiner Amtszeit den Einsatz von US-Soldaten im Ausland neu. Damit versucht er, ein Wahlversprechen aus dem vorigen Wahlkampf zu erfüllen. Damals hatte er unter sich unter dem Slogan "Bring them home" dafür eingesetzt, Amerikas "endlose Kriege" zu beenden. Mitte November kündigte der scheidende Präsident dann an, bis zum 15. Januar die Zahl der Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan und im Irak auf jeweils etwa 2500 zu reduzieren. Umgesetzt würde der Teilabzug damit unmittelbar vor der geplanten Amtseinführung Bidens am 20. Januar. Auch für den Abzug aus Somalia ist der 15. Januar Stichtag.

Der Abzugsbefehl aus Somalia kommt eine Woche nach einem historischen Truppenbesuch des geschäftsführenden Pentagon-Chefs Christopher Miller, der erst seit wenigen Wochen im Amt ist. Anlässlich des US-Feiertags Thanksgiving reiste er nach Mogadischu. Noch nie zuvor hatte ein US-Verteidigungsminister das Land am Horn von Afrika besucht.

Quelle: ntv.de, ino/dpa