Politik

Rede bei UN-Generaldebatte Trump ruft zur Isolation des Iran auf

AP_18268539488853.jpg

Donald Trump warf dem Iran vor, Terrorismus zu finanzieren.

(Foto: AP)

Bei seiner zweiten Rede vor den Vereinten Nationen sucht sich der US-Präsident einen neuen Feind: den Iran. Das Regime unterstütze Terrorismus und müsse isoliert werden. Auch an Deutschland richtet Trump mahnende Worte.

US-Präsident Donald Trump hat den Iran vor der UN-Vollversammlung scharf attackiert und das Land als "korrupte Diktatur" angeprangert. In seiner Rede bei der UN-Generaldebatte in New York warf er der Führung des Iran als "führender Sponsor von Terrorismus" vor, "Chaos, Tod und Zerstörung" zu verbreiten. Die Staaten der Welt rief er auf, "das iranische Regime zu isolieren".

Dabei verteidigte er den einseitigen Rückzug der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran, an dem die EU festhält. Durch den wirtschaftlichen Druck sollen der Regierung in Teheran die Gelder dafür verwehrt werden, "seine blutigen Absichten zu verfolgen", sagte Trump. Er betonte, am 5. November werde eine zweite Runde an Sanktionen in Kraft treten. Die USA arbeiteten darauf hin, dass Länder, die Öl aus dem Iran importierten, diese Einfuhren "bedeutend" zurückfahren.

Kritik an Deutschland bekräftigt

*Datenschutz

Trump warf der iranischen Führung vor, weder Grenzen noch ihre Nachbarn zu respektieren. Die Führung in Teheran habe sich auch dank des Atomabkommens selbst bereichert und "Chaos im Mittleren Osten und darüber hinaus" verbreitet. "Die Nachbarn des Iran haben einen hohen Preis bezahlt." Trump betonte, deshalb hätten so viele Länder im Mittleren Osten den Rückzug der USA aus dem Atomabkommen unterstützt. Die Vereinbarung habe der Führung in Teheran einen "Geldregen" beschert. Die Regierung habe die Mittel unter anderem dafür genutzt, atomwaffenfähige Raketen zu bauen und in Syrien und im Jemen ein "Gemetzel" anzurichten.

Dagegen sieht der US-Präsident bei den Verhandlungen mit Nordkorea über eine atomare Abrüstung große Fortschritte. Seit seinem Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un im Juni habe sich viel bewegt. Es seien Fortschritte erreicht, die viele nicht für möglich gehalten hätten. Es flögen nicht mehr Raketen in alle Richtungen, Atomanlagen würden zum Teil bereits abgebaut. Trump dankte Kim für diese Schritte und für dessen "Mut". Er betonte zugleich, es gebe noch sehr viel zu tun.

Trump bekräftigte derweil seine massive Kritik an Deutschland wegen der Pipeline Nord Stream 2. Deutschland werde "total abhängig von russischer Energie werden, wenn es nicht sofort seinen Kurs ändert." Die Leitung soll ab Ende 2019 russisches Gas durch die Ostsee nach Deutschland transportieren. Trump übt bereits seit Monaten harte Kritik an dem Projekt.

In seiner UN-Rede lobte der US-Präsident hingegen Polen dafür, dass es durch eine Pipeline von Skandinavien durch die Ostsee seine Unabhängigkeit von russischen Gaslieferungen stärken wolle.

Trump erntet Gelächter

Der US-Präsident sprach zum zweiten Mal bei der UN-Vollversammlung. Bei seiner Premiere im vergangenen Jahr hatte er Nordkorea mit Vernichtung gedroht und damit weltweit Kriegsängste geschürt. Kim bezeichnete er damals noch als "Raketenmann" ("rocket man"), der auf einer Selbstmordmission für sich und sein Regime sei.

Trump prahlte zu Beginn seiner Rede mit den bisherigen Erfolgen seiner Regierung. "In weniger als zwei Jahren hat meine Regierung mehr erreicht, als fast jede andere in der Geschichte der USA", sagte Trump. Aus dem Publikum ertönte daraufhin kurz höhnisches Gelächter und Geraune, was Trump aus dem Konzept brachte. "So wahr", verteidigte er sich noch, bevor er zugeben musste: "Diese Reaktion hatte ich nicht erwartet, aber okay."

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/dpa

Mehr zum Thema