"Schwerer Schlag"Trump scheitert mit Antrag gegen Missbrauchsurteil

Vor drei Jahren spricht eine Jury Donald Trump wegen sexuellen Missbrauchs der Autorin E. Jean Carroll schuldig. Der Republikaner will das Urteil nicht akzeptieren und geht juristisch dagegen vor. Einen entsprechenden Antrag des US-Präsidenten weißt der Supreme Court nun ab.
US-Präsident Donald Trump ist mit dem Versuch gescheitert, ein Urteil wegen sexuellen Missbrauchs gegen sich überprüfen zu lassen. Der Oberste Gerichtshof der USA wies einen Antrag ab, der das Urteil im Zivilprozess der Autorin E. Jean Carroll anfechten wollte, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht.
Hintergrund ist eine Entscheidung aus dem Jahr 2023: Eine New Yorker Geschworenenjury sah es damals als erwiesen an, dass Trump die US-Autorin 1996 in einem New Yorker Nobelkaufhaus angegriffen, sexuell missbraucht und später verleumdet hatte. Er wurde zu einer Entschädigung in Höhe von fünf Millionen US-Dollar (rund 4,4 Millionen Euro) verurteilt. Trump wies die Anschuldigungen stets zurück. Er bezichtigte Carroll der Lüge und erklärte, sie sei nicht sein "Typ". Immer wieder warf der Republikaner der Journalistin vor, den sexuellen Angriff erfunden zu haben. Außerdem bezeichnete er Carroll als "Verrückte".
Strafrechtlich waren die Vorwürfe zwar verjährt, zivilrechtlich stand der Rechtsweg jedoch offen. In einem zweiten Verleumdungsprozess wurde Trump Anfang 2024 zu einer Entschädigungszahlung von 83,3 Millionen Dollar an Carroll verurteilt.
Carroll hatte ihr langes Schweigen damit erklärt, dass sie sich erst nach den Berichten über sexuelle Übergriffe des Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein zu einer Veröffentlichung entschlossen habe. Damals waren viele Frauen mit Berichten über ähnliche Erfahrungen an die Öffentlichkeit gegangen. Die "New York Times" nannte die jetzige Entscheidung einen "schweren Schlag für Herrn Trump" und das wahrscheinliche "Ende seiner juristischen Bemühungen, das Urteil der Jury anzufechten".