Iran in "Stars and Strips"Trump schielt weiter auf Grönland

US-Präsident Donald Trump ist dafür bekannt, in extremen Bildern seine Wunschvorstellungen von der Welt zu teilen oder aber politische Gegner und Konkurrenten auf diese Art zu demütigen. Zum Wochenende nimmt er sich zwei Länder vor.
US-Präsident Donald Trump hat mit neuesten Bildkreationen abermals seinen Hunger auf territoriale Erweiterung oder zumindest Einflussnahme Ausdruck verliehen. Er teilte in seinem sozialen Netzwerk "Truth Social" nacheinander solche Kreationen, die den Iran und Grönland betreffen und offenbar mit Hilfe von klassischer Bildbearbeitung oder gar KI erstellt wurden.
Der Grönland-Beitrag zeigt Trump, wie er übergroß hinter einer Bergkette hervorlinst und auf eine Häusersiedlung schielt, die im typischen Look bunt angestrichener Holzhäuser in Grönland gestaltet ist. "Hello, Greenland!", steht in dem Bild geschrieben. Der US-Präsident grüßt das Land also entweder freundschaftlich oder - man möchte ihm nichts Böses unterstellen - bringt einmal wieder seine Besitzansprüche gegenüber Grönland zum Ausdruck. Grönland gehört völkerrechtlich zu Dänemark, genießt aber weitgehende Autonomierechte.
Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 hat Trump immer wieder Besitzansprüche auf die riesige Insel erhoben und damit einen Konflikt mit den EU- und Nato-Verbündeten heraufbeschworen. Er begründet die Forderung mit Sicherheitsbedürfnissen der USA und argumentiert, Grönland vor einer Einflussnahme Russlands und Chinas schützen zu wollen.
Landry: "Grönland braucht die USA"
In Grönland waren indes am Freitag mehrere hundert Menschen gegen die Eröffnung eines neuen, größeren US-Konsulats in der Hauptstadt Nuuk auf die Straße gegangen. Die Demonstranten skandierten unter anderem "Go Home, USA!" (Geht nach Hause, USA!) und "Make America Go Away!" (Macht, dass Amerika abhaut - in Anlehnung an die Parole der Maga-Bewegung: Make America great again). Viele schwenkten die rot-weiße Flagge Grönlands.
Anfang der Woche hatte der US-Sondergesandte für Grönland, Jeff Landry, die Insel uneingeladen besucht. "Grönland braucht die USA", sagte Landry zum Abschluss seines Besuchs. Dabei verwies er auf Pläne der US-Regierung, "bestimmte Stützpunkte" wieder zu besetzen.
Ein 1951 geschlossenes und 2004 aktualisiertes Verteidigungsabkommen zwischen den USA und Dänemark gibt Washington mehr oder weniger freie Hand bei der Verlegung von Soldaten auf die Arktisinsel - solange die Behörden in Dänemark und Grönland vorher informiert werden. Während des Kalten Krieges verfügten die USA über 17 Militärstützpunkte in Grönland. Diese wurden im Laufe der Jahre jedoch geschlossen. Übrig blieb nur noch der Stützpunkt Pituffik im Norden der Insel.
Trump knöpft sich Iran vor
Auch in Bezug auf den Iran teilte Trump fast zeitgleich zu seinem Grönland-Post ein Bild. Es zeigt eine Karte vom Nahen Osten. Das Territorium des Iran ist dabei in "Stars and Stripes" gestaltet - also in der Art der US-Flagge. Dazu wurde die Frage gesetzt: "United States of the Middle East?" (Deutsch: Vereinigte Staaten des Nahen Ostens?)
Inmitten einer jüngst von mehreren Seiten angedeuteten leichten Annäherung zwischen den USA und dem Iran im Krieg rund um die Straße von Hormus versucht Trump also offenbar wieder, seine Gegner zu reizen. Und noch eine Randnotiz: auf seiner Karte ist entweder das Tote Meer erheblich zu groß oder aber das Westjordanland ist zu klein dargestellt und blau eingefärbt. Das spricht dafür, dass auch diese Kartendarstellung von einer KI angefertigt wurde.