Politik

"Sie wollen reden"Trump setzt auf "Deal" mit dem Iran

27.01.2026, 03:29 Uhr
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Eine Warnung an die USA in Teheran: "Wer Wind sät, wird Sturm ernten". (Foto: picture alliance / Anadolu)

Als die iranische Führung die Massenproteste im Land blutig niederschlagen lässt, beginnen die USA damit, einen Marineverband in die Region zu verlegen. Inzwischen ist ein Flugzeugträger mit Begleitschiffen angekommen. Trump geht davon aus, dass die Drohkulisse Wirkung zeigt.

Der Iran ist nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump an einer diplomatischen Lösung der Spannungen mit den USA interessiert. Die Lage mit dem Iran sei "im Fluss", weil die US-Regierung eine große Kriegsflotte in die Region entsandt habe, sagte Trump dem Nachrichtenportal "Axios" in einem Interview. "Wir haben eine große Armada neben dem Iran. Größer als (vor der Küste von) Venezuela", sagte der Republikaner. Er glaube aber, dass Teheran ein Abkommen schließen wolle. "Sie wollen einen Deal machen. Das weiß ich. Sie haben mehrfach angerufen. Sie wollen reden", fügte der US-Präsident hinzu.

Trump hatte vergangene Woche den Druck auf den Iran erhöht und die Verlegung einer "riesigen Flotte" in die Golfregion angekündigt. Inzwischen seien der Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" und Begleitschiffe in der Region angekommen, teilte das Regionalkommando des US-Militärs Centcom mit. Nähere Angaben zur genauen Position des Schiffsverbunds gab es nicht. Der von einem Atomreaktor angetriebene Flugzeugträger transportiert normalerweise mehrere Tausend Soldaten sowie Dutzende Kampfflugzeuge und wird von Zerstörern der Marine begleitet.

Das iranische Außenministerium warnte die USA daraufhin vor einem Angriff. Ministeriumssprecher Esmail Baghaei sagte, der Iran sei "von seinen eigenen Fähigkeiten überzeugt". Die Ankunft "eines solchen Kriegsschiffes wird die Entschlossenheit (...) des Iran, die iranische Nation zu verteidigen, nicht beeinträchtigen", fügte mit Blick auf den US-Flugzeugträger hinzu.

Trump ist wohl noch unentschlossen

Trump hatte ein militärisches Eingreifen seines Landes im Iran wegen der Tötung Tausender Demonstranten bei den jüngsten Massenprotesten in der Islamischen Republik zuletzt nicht ausgeschlossen. Nach Informationen von "Axios" hat er aber noch keine endgültige Entscheidung zum weiteren Vorgehen getroffen. Trump werde wahrscheinlich diese Woche weitere Konsultationen abhalten und von seinen Sicherheitsberatern zusätzliche militärische Optionen vorgelegt bekommen, berichtet das Nachrichtenportal unter Berufung auf Insider. Mit dem Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" und den ihn begleitenden Kriegsschiffen erhalte Trump zusätzliche Offensiv- und Defensivmöglichkeiten für den Fall, dass er sich für einen Angriff auf den Iran entscheiden sollte, so das "Wall Street Journal".

Die USA hatten im Juni an der Seite Israels in den Zwölf-Tage-Krieg eingegriffen und iranische Atomanlagen bombardiert. Trump drohte seitdem mehrfach mit einem erneuten militärischen Einsatz.

Quelle: ntv.de, ino/AFP/dpa

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