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"Was zum Teufel tun sie da?" Trump spottet über Lockdowns in Europa

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US-Präsident Trump ist gegen Lockdowns.

(Foto: AP)

Viele europäische Staaten versuchen die Corona-Pandemie mit Lockdowns in den Griff zu bekommen. Für US-Präsident Trump ist das keine Option. Seinen Anhängern verspricht er ein "amerikanisches Comeback" ganz ohne Ausgangssperren. Diese werde es nur geben, wenn Biden die Wahl gewinne.

Kurz vor der Wahl hat US-Präsident Donald Trump Kritik an den Corona-Lockdowns in Europa geübt. "Schauen Sie sich an, was in Europa passiert ist", sagte Trump am Sonntagabend (Ortszeit) bei einem Wahlkampfauftritt in Hickory im Bundesstaat North Carolina. "Die Menschen begehren auf, sie wollen und können das nicht mehr tun."

Trump fügte hinzu: "Europa hat drakonische Lockdowns verhängt, und trotzdem explodieren ihre Fallzahlen, die Zahl ihrer Toten nimmt stark zu, und ihre Wirtschaften sind - seien wir ehrlich, Sie sehen, was passiert - sie sind in Trümmern." Er fügte hinzu, natürlich wünschten die USA Europa nur Gutes.

Wenige Stunden zuvor hatte Trump einen Lockdown in den USA ausgeschlossen. "Ich liefere das große amerikanische Comeback und wir haben keine Lockdowns", versicherte der Republikaner bei einem Wahlkampfauftritt in Washington im Bundesstaat Michigan. Europa habe die Pandemie nicht in den Griff bekommen, sagte der US-Präsident. "Jetzt müssen sie alles noch einmal machen. Was zum Teufel tun sie da? Ich glaube, ich gehe rüber und erkläre es ihnen."

Bezogen auf die Einwohnerzahl weisen von der europäischen Flächenstaaten nur Belgien und Spanien höhere Werte bei der Todesfall-Inzidenz je 100.000 Einwohnern auf als die USA. Bei der Fall-Inzidenz sind es Belgien, Tschechien, Montenegro und Moldau.

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"In einem Gefängnisstaat leben"

Trump sagte, sollte sein demokratischer Herausforderer Joe Biden die Wahl an diesem Dienstag gewinnen, wolle dieser über "einige Jahre" hinweg einen Lockdown. "Unter einem Biden-Lockdown würdet ihr in einem Gefängnisstaat leben", sagte Trump. Er würde bedeuten: "keine Schule, keine Abschlüsse, keine Hochzeiten, kein Thanksgiving, keine Ostern, kein Weihnachten, kein 4. Juli und keine Zukunft." Trump stellte in Aussicht, dass es "eine Frage von Wochen" sei, bis es eine Impfung gegen das Coronavirus gebe.

Nach Angaben der "New York Times" haben sich in den USA bislang mehr als 9,2 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Am Freitag zählte das Blatt erstmals die Marke von 99.000 registrierten Neuinfektionen. Am Sonntag waren es 74.000 neue Fälle. Bisher sind laut den Statistiken der Zeitung mehr als 230.000 Menschen im Land im Zusammenhang mit einer Infektion gestorben. Kurz vor Trumps Ansprache in Hickory hatte in Deutschland ein vierwöchiger Teil-Lockdown begonnen.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa