Politik
Der künftige US-Präsident Trump war beim Telefonat mit Ungarns Premier Orban zu Scherzen aufgelegt.
Der künftige US-Präsident Trump war beim Telefonat mit Ungarns Premier Orban zu Scherzen aufgelegt.(Foto: REUTERS)
Freitag, 25. November 2016

"Schwarze Schafe" telefonieren: Trump und Orban witzeln über ihren Ruf

Schon lange hält Ungarns Premier Viktor Orban große Stücke auf Donald Trump. Nun lädt ihn der künftige US-Präsident ins Weiße Haus ein. In einem Telefonat bekunden sie sich gegenseitig ihre Sympathien - und scherzen über ihren ähnlichen Ruf.

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban begrüßte Trumps Wahlsieg euphorisch.
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban begrüßte Trumps Wahlsieg euphorisch.(Foto: dpa)

Der designierte US-Präsident Donald Trump hat mit Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orban telefoniert und über den gemeinsamen Ruf gescherzt. "Er hat mich nach Washington eingeladen", sagte der rechtskonservative Budapester Regierungschef in einem Interview mit der Tageszeitung "Vilaggazdasag". "Ich sagte zu ihm, dass ich schon lang nicht mehr da war, weil man mich dort als schwarzes Schaf behandelt hat. Er antwortete lachend, dass es ihm auch so erging", schilderte Orban mit seinen Worten den Verlauf des Telefon-Gesprächs.

Der Ungar war der einzige Regierungschef eines EU-Landes, der den Wahlsieg Trumps euphorisch begrüßte. Schon im Juli bekannte er sich als Anhänger des Immobilienmoguls, der für die Republikaner ins Rennen um die Präsidentschaft ging. Die EU und bisher auch die USA werfen Orban einen autoritären Regierungsstil vor. Orban hat sein Land mit Zäunen gegenüber Flüchtlingen abgeschottet und pflegt eine ähnlich migrationsfeindliche Rhetorik wie Trump.

Mit Blick auf die Präsidentschaft Trump zeigte sich der Ungar weiter zuversichtlich. "Er wird ein US-Präsident sein, der ideologisch nicht gebunden ist und den Erfolg, Effizienz und Ergebnisse viel mehr interessieren als politische Theorien", meinte Orban in dem Zeitungsinterview.

Die Beziehungen Orbans zum scheidenden US-Präsidenten Barack Obama und zur früheren Außenministerin Hillary Clinton waren eher schlecht. Sowohl Obama als auch Clinton hatten sich gegen Orbans Eingriffe in das Justizwesen, die Pressefreiheit und die Zivilgesellschaft gewandt. Mit Obama, der seit 2009 im Amt ist, war der seit 2010 regierende Orban kein einziges Mal auf bilateraler Ebene zusammengekommen.

Quelle: n-tv.de