Politik

"In Russland ja kein Problem" Trump und Putin scherzen über "Fake News"

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Witzchen beim Treffen: Putin (l.) und Trump.

(Foto: imago images / Russian Look)

Es ist nicht das wichtigste Treffen des Gipfels, aber es wird intensiv beobachtet. Doch die Präsidenten Trump und Putin geben sich am Rande des G20-Gipfels entspannt. Sie sind zum Scherzen aufgelegt.

US-Präsident Donald Trump und sein russischer Kollege Wladimir Putin haben am Rande des G20-Gipfels Harmonie demonstriert. Sie scherzten im japanischen Osaka vor Journalisten über Wahlmanipulationen und "Fake News", zum Teil mit doppelbödigen Bemerkungen. "Es ist mir eine große Ehre, Präsident Putin zu treffen", sagte Trump. "Wir haben eine sehr, sehr gute Beziehung."

Als Trump von einem Journalisten auf das heikle Thema möglicher Einmischungen Russlands in die US-Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr angesprochen wurde, sagte er lächelnd und mit erhobenem Finger in Richtung des russischen Staatschefs: "Mischen Sie sich nicht in die Wahl ein, Herr Präsident, mischen Sie sich nicht ein!" Putin quittierte Trumps Scherz mit Schweigen und einem Grinsen.

Es tauchten dann noch Aufnahmen des US-Nachrichtensenders CNN zu einem Wortgeplänkel zwischen Trump und Putin über sogenannte "Fake News" auf. "Fake News - damit haben Sie in Russland ja kein Problem", sagte der US-Präsident zu Putin, ohne zu erkennen zu geben, ob er sich damit auf Einschränkungen der Pressefreiheit in Russland bezog. Putin antwortete auf Englisch: "Ja. Ja. Ja. Wir haben dieses Problem." Dann fügte er noch hinzu "dasselbe" und begann zu lachen, wodurch sich Trump ebenfalls zu einem Lachen hinreißen ließ.

Handel, Abrüstung, Protektionismus

Das Gespräch in Osaka war das erste bilaterale Treffen der beiden Politiker seit einem umstrittenen Treffen im finnischen Helsinki vor knapp einem Jahr. Bereits vor dem Abflug nach Japan hatte sich der US-Präsident zuversichtlich mit Blick auf das Treffen mit Putin gezeigt. "Ich werde ein sehr gutes Gespräch mit ihm haben", sagte er im Weißen Haus zu Journalisten. Zugleich schränkte er ein: "Was ich ihm sage, hat euch nicht zu interessieren."

Auch bei dem Treffen selbst ging Trump nicht in die Tiefe. Er ließ die Journalisten lediglich wissen, dass er mit Putin über "Handel, etwas Abrüstung und vielleicht ein wenig Protektionismus" sprechen wolle. Am Samstag trifft Trump den chinesischen Staatschef Xi Jinping. Das Gespräch dürfte sich um den Handelsstreit zwischen beiden Ländern drehen und wird mit Spannung erwartet.

In Helsinki hatte sich Trump bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin im vergangenen Jahr geweigert, die mutmaßliche russische Einmischung in die US-Präsidentschaftswahl von 2016 zu kritisieren. US-Sonderermittler Robert Mueller fand bei seinen fast zweijährigen Ermittlungen zwar keine Belege für illegale Geheimabsprachen von Trumps Wahlkampfteam mit Russland. Allerdings gab es demnach Kontakte zwischen russischen Amtsträgern und Mitarbeitern von Trumps Kampagne.

Quelle: n-tv.de, mli/AFP

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