Politik

Sicherheitslücke? Egal! Trump verteilt seine Handynummer

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Schon besser: Die Leitungen im Weißen Haus sind sicher, von Telefonaten über das Handy raten Sicherheitsexperten indes eher ab.

(Foto: REUTERS)

Wenn Staats- und Regierungschefs miteinander telefonieren, tun sie dies in der Regel über spezielle Sicherheitsleitungen. Sonst wäre die Gefahr, ausspioniert zu werden, zu groß. Doch der US-Präsident geht das Risiko trotzdem ein.

US-Präsident Donald Trump gibt nicht viel auf das Protokoll. Das gilt offenbar auch für Telefonate. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, soll Trump seine Mobilfunknummer an mindestens drei andere Staats- und Regierungschefs weitergegeben haben.

Trump soll seine kanadischen, mexikanischen und französischen Amtskollegen dazu animiert haben, ihn über seine Mobilfunknummer anzurufen, wenn es etwas Dringendes zu besprechen gebe. Das ist nicht nur ein Bruch mit diplomatischen Traditionen, sondern auch eine schwere Sicherheitslücke. Denn eigentlich nutzen Staats- und Regierungschefs speziell gesicherte Festnetzleitungen. Handyleitungen können leicht geknackt und abgehört werden.

"Wenn du über eine offene Leitung sprichst, sprichst du über eine offene Leitung. Heißt: Die, die sich Zugang dazu verschaffen können, tun das auch", erklärte der ehemalige Sicherheitsberater aus dem Pentagon, Derek Chollet, gegenüber AP. Grundsätzlich werden deswegen hochsensible Telefonate zwischen dem US-Präsidenten und anderen Regierungschefs auf sicheren Leitungen geführt. Zum Beispiel über Telefone im Oval Office im Weißen Haus oder dem mobilen Gerät in "The Beast", der Limousine des US-Präsidenten.

AP beruft sich in dem Bericht auf anonyme ehemalige und aktuelle Regierungsmitarbeiter. Bislang soll nur Kanadas Premierminister Justin Trudeau Trumps Angebot angenommen und Trump über seine private Nummer angerufen haben. Mitarbeiter von Emmanuel Macron und vom mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto, die auch Trumps Nummer bekommen haben sollen, wollten sich zu der Handy-Affäre bisher nicht äußern.

Trump hatte während des Präsidentschaftswahlkampfs Gegenkandidatin Hillary Clinton noch scharf kritisiert, weil sie dienstliche E-Mails über private Server verschickt hatte, als sie noch US-Außenministerin war. "Das ist ein Skandal größer als Watergate", hatte Trump seinerzeit gewettert.

Quelle: ntv.de, kpi