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Nordkorea begrüßt Angebot Trump will Kim Jong Un spontan treffen

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Kim und Trump beim ersten Gipfeltreffen in Singapur.

(Foto: imago/UPI Photo)

Seit dem gescheiterten Gipfel in Hanoi herrscht Funkstille zwischen den USA und Nordkorea. Ein Zustand, den US-Präsident Trump wohl nicht länger hinnehmen möchte. Auf unkonventionelle Art bietet er Kim an, einfach mal "Hallo zu sagen". Und schwärmt von der Grenze, die Korea seit mehr als 70 Jahren teilt.

US-Präsident Donald Trump hat ein mögliches Überraschungstreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un an der innerkoreanischen Grenze an diesem Sonntag ins Spiel gebracht. Er werde den G20-Gipfel in Osaka gemeinsam mit Südkoreas Präsident Moon Jae-In in Richtung Seoul verlassen, schrieb Trump auf Twitter. "Während ich da bin, falls Vorsitzender Kim von Nordkorea dies sieht, ich würde ihn an der Grenze/entmilitarisierte Zone treffen, einfach, um ihm die Hand zu schütteln und Hallo zu sagen(?)!", schrieb Trump.

Nordkorea äußerte sich aufgeschlossen zu dem Vorschlag von Trump. Pjöngjang sehe dies als "sehr interessantes Angebot", wurde Vizeministerin Choe Son Hui von Nordkoreas Staatsmedien zitiert. Doch gebe es dazu keinen offiziellen Vorschlag.

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Es hatte Spekulationen über ein mögliches Treffen der beiden Politiker gegeben, die sich bereits zweimal zu Gipfeltreffen begegnet sind. Sowohl das Weiße Haus als auch Trump selbst hatten Planungen für ein Treffen an der Grenze jedoch dementiert.

"Ich habe nur mal einen Fühler ausgestreckt", sagte Trump kurz nach seinem Tweet. Er wisse gar nicht ob Kim derzeit überhaupt in Nordkorea sei. "Wenn er da ist, werden wir uns für zwei Minuten sehen", betonte Trump. "Das ist alles, was wir tun können." Der US-Präsident verteidigte erneut sein "gutes Verhältnis" zu dem Machthaber Nordkoreas, dem Brutalität gegen sein Volk vorgeworfen wird. "Es ist eine gute Sache, miteinander auszukommen." Es hätte mit Sicherheit Krieg gegeben, wenn nicht er als US-Präsident die Initiative ergriffen und Gespräche in Gang gebracht hätte, sagte Trump.

Nach dem Gipfel zwischen Kim und Trump in Singapur im Jahr 2018, von dem hoffnungsvolle Signale ausgegangen waren, und dem dann gescheiterten zweiten Gipfel in Hanoi wäre ein Treffen an der Grenze das dritte Aufeinandertreffen der beiden Politiker. Die Gespräche über die in Singapur grob vereinbarte Atomabrüstung Nordkoreas waren nach Hanoi festgefahren.

"Echte Grenze"

Trump brachte zudem seine Bewunderung für die Grenzanlagen an der innerkoreanischen Grenze zum Ausdruck. "Wenn wir über eine Mauer sprechen, wenn wir über eine Grenze sprechen: Das nennt man eine Grenze", sagte Trump mit Blick auf die 248 Kilometer lange Demarkationslinie zwischen den beiden koreanischen Staaten, die mit Stacheldraht und technischen Überwachungsanlagen extrem strikt gesichert ist. "Niemand geht über diese Grenze. Das nennt man eine echte Grenze." Trump nahm offenbar Bezug auf die zahlreichen Grenzübertritte an der US-Südgrenze zu Mexiko, die er gerne durch eine Mauer sichern möchte.

Trump wird bereits am Samstag von Osaka in Richtung Seoul aufbrechen. Kurz nach der Ankunft steht ein Arbeitsessen mit Südkoreas Präsident Moon Jae-In auf dem Programm. Am Sonntagvormittag wird er dann in die Entmilitarisierte Zone aufbrechen. Trump sprach von einem Kurzbesuch von zwei Minuten. Dass es tatsächlich zu einem Treffen mit Kim kommt, wurde offiziell zunächst nicht bestätigt.

Quelle: n-tv.de, lou/AFP

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